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Essenslieferdienst : Delivery Hero mit Kursfeuerwerk

Berlin: Das Logo von Delivery Hero an Fassade der Zentrale. Bild: dpa

Delivery Hero peilt die Verdopplung des Umsatzes an. Auch an der Börse kam die Zuversicht an: Die im Dax notierte Aktie legte zuletzt deutlich zu. Trotzdem wird die Gewinnschwelle nicht überschritten. Doch Konzernchef Niklas Östberg hat andere Ziele im Blick.

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          Der Essenslieferdienst Delivery Hero erwartet auch im laufenden Jahr ein hohes Wachstum. Der Umsatz soll auf bis zu 6,6 Milliarden Euro ansteigen, verkündete das Unternehmen am Mittwoch während der Präsentation der Quartalszahlen. Damit würde der Lieferdienst seinen Umsatz im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppeln. Um diese Ziele zu erfüllen, soll auch das Investitionstempo zulegen. So will der Dax-Konzern im laufenden Jahr etwa in den Ausbau der Fahrerflotte und in weitere Lagerhäuser sowie in die Expansion nach Japan und Vietnam rund 550 Millionen Euro investieren. Zumindest an der Börse kam die Zuversicht an: Die im Dax notierte Aktie legte zeitweise um 12 Prozent zu. Der Marktwert von Delivery Hero liegt auf einem Hoch von rund 35 Milliarden Euro.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Unternehmen ist in mehr als 50 Ländern aktiv, seit Ende 2018 jedoch nicht mehr in Deutschland. Während der Krise können Kunden in vielen Restaurants Speisen nur abholen oder sie sich liefern lassen. Das schlägt sich im Ergebnis des ersten Quartals nieder: Der Umsatz stieg um 116 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Es ist das neunte Quartal in Folge, in dem sich die Erlöse des Lieferdienstes verdoppelten. Zudem dürfte auch die im Frühjahr abgeschlossene Übernahme des koreanischen Lieferdienstes Woowa (5,7 Milliarden Euro) zum Ergebnis beigetragen haben.

          Wachstum statt Gewinn

          Profitabel ist das Unternehmen aber auch weiterhin nicht – und wird es wohl auch 2021 nicht werden. Die Gewinnschwelle zu erreichen sei weiterhin nicht das wichtigste Ziel für den Konzern, sagt Konzernchef Niklas Östberg zur F.A.Z. Nach wie vor priorisiere das Unternehmen schnelles Wachstum. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Konzernverlust auf 1,4 Milliarden Euro nach 1,63 Milliarden Euro 2019. In diesem Jahr soll sich der Betriebsverlust weiter verringern.

          DELIVERY HERO SE NA O.N.

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          Schon im vergangenen Jahr baute der Lieferdienst auch sein Geschäft mit schnellen Lieferungen („Quick-Commerce“) aus. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Bestellungen in diesem Geschäftsfeld um 400 Prozent an. Bei den schnellen Lieferungen können Kunden Supermarktartikel, beliebt seien vor allem Früchte oder Wasser, nach Hause liefern lassen. Laut Östberg ist dies in manchen Regionen innerhalb von zehn Minuten möglich. Dafür baute das Unternehmen ein Netz von inzwischen 600 Lagerhäusern auf der Welt auf, dies soll auch in diesem Jahr weiter wachsen. Sorge, dass auch die Lebensmittelhersteller in der Zukunft Lieferdienste anbieten, hat Östberg nicht. Dafür sei das Geschäft für viele Händler noch zu kostspielig. „Wir freuen uns aber auch immer über Konkurrenz“, sagt er. Die schnellen Lieferungen machen rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus.

          Doch wird Delivery Hero auch nach der Corona-Pandemie weiter wachsen können? Zumindest Östberg ist zuversichtlich, dass die Bereitschaft für Lieferungen auch nach der Pandemie anhält. „Wir sind schon immer gewachsen“, sagt er. „Auch vor der Pandemie.“

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