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Essenslieferdienst : Delivery Hero kehrt zurück nach Deutschland

  • -Aktualisiert am

Delivery Heros neue Marke in Deutschland ist bislang vor allem in Asien bekannt: Ein Foodpanda-Fahrer in Indonesien Bild: Reuters

Es ist der nächste Schritt im Wettstreit mit Lieferando: Deutschlands größter Essenslieferkonzern hatte sein Heimatgeschäft an den Konkurrenten verkauft. Nun greift er wieder an – und liefert auch Supermarkt-Artikel aus.

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          Wer gerne Essen im Internet bestellt, kann das in Deutschland bald auch wieder bei Delivery Hero tun. Der im Dax notierte Lieferdienst mit Hauptsitz in Berlin kündigte am Mittwoch an, im Sommer in seinen Heimatmarkt zurückzukehren. Vor knapp drei Jahren hatte er sein damaliges Deutschlandgeschäft an den niederländischen Konkurrenten Takeaway verkauft. Der wiederum betreibt den seither fast unangefochtenen Marktführer Lieferando. Nun sieht Delivery Hero offenbar die Chance zum Neuanfang.

          Wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt, startet Delivery Hero in Deutschland unter der bislang vor allem in Asien bekannten Marke „Foodpanda“. Die Fahrer werden in pink auftreten. Im Juni sollen die Kuriere beginnen, in Berlin Lieferungen auszufahren, dann soll der Dienst schrittweise auf weitere deutsche Städte ausgeweitet werden. Zudem sollen sie nicht nur Essen, sondern auch Lebensmittel ausliefern.

          In diesem Geschäft, das Delivery Hero in anderen Ländern schon erfolgreich betreibt, hatte in Deutschland zuletzt vor allem das Start-up Gorillas für Aufruhr gesorgt – mit dem Versprechen, Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs innerhalb von zehn Minuten zu liefern. Delivery Hero setzt dem nun ein noch ambitionierteres Versprechen entgegen und kündigt an, Bestellungen teilweise schon in sieben Minuten zu liefern.

          Bewegung im deutschen Lieferdienste-Markt

          Das lange Zeit unangefochtene Quasi-Monopol von Lieferando in Deutschland dürfte damit endgültig sichtbare Risse bekommen. Im vergangenen Sommer startete der finnische Dienst Wolt in Deutschland, der inzwischen in Berlin, München, Frankfurt und Hannover liefert. Zudem nahmen mehrere regionale Lieferdienste die Arbeit auf, im Rhein-Main-Gebiet etwa Eatura. Zuletzt kam auch Uber Eats, der zum Fahrdienst Uber gehörende Lieferdienst, hinzu und begann in Berlin Essen auszuliefern.

          Zugleich hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie der Markt für Lebensmittel-Lieferungen stark entwickelt, der Beratungsgesellschaft KPMG zufolge sind die Umsätze mit „E-Food“ in Deutschland in einem Jahr um 67 Prozent gewachsen. Unter den Online-Supermärkten konkurriert Gorillas – das zuletzt auch durch groß angelegte Plakatwerbung Aufmerksamkeit auf sich zog – mit Picnic oder dem Lieferdienst von REWE.

          DELIVERY HERO SE NA O.N.

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          Beide Trends will Delivery Hero für sich nutzen: „Delivery Hero sieht in Deutschland großes Potenzial, da sich die Kundennachfrage weiterentwickelt hat und der Markt noch nicht ausreichend erschlossen ist“, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Anleger teilten diesen Optimismus allerdings nur bedingt: Am Mittwochmorgen gab Delivery Heros Aktienkurs um 2 Prozent nach.

          Auch Lieferando will ins Lebensmittel-Geschäft

          Als Reaktion auf Delivery Heros Ankündigung kann gelten, dass am Mittwoch der Konkurrent Lieferando ankündigte, ebenso ins Geschäft mit Lebensmittel-Lieferungen einzusteigen. „Das Unternehmen öffnet sich für die Zusammenarbeit mit großen Lebensmittelketten und lokalen Lebensmittelgeschäften“, teilte er mit. Eine Lieferung solle im Durchschnitt in 20 bis 30 Minuten erfolgen.

          Anders als Delivery Hero ist Lieferandos Mutterkonzern Takeaway in diesem Geschäft noch neu: Deutschland werde ein Testmarkt für Lebensmittel-Lieferungen, schreibt das Unternehmen. Eine Expansion mit einem ähnlichen Ansatz in die Niederlande oder Großbritannien werde geprüft. Allerdings kann Lieferando in Deutschland auf das größte Liefernetzwerk zurückgreifen: Es zählt nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Kuriere und liefert in 50 deutschen Städten aus. Bis Ende des Jahres sollen zudem noch 30 weitere Städte dazukommen.

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