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Debeka : Dreister Datenklau

Über Jahre hinweg haben sich Debeka-Mitarbeiter auf zwielichtigem Wege Adressen von potentiellen Kunden verschafft. Dreister Datenklau ist keine Erfindung des Internets.

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          Bisher gab es nur wenig, was am tadellosen Ruf des Versicherungskonzerns Debeka kratzte. Ein bisschen bieder kommt der Beamtenversicherer daher, aber das ist in diesen Kreisen alles andere als ein Nachteil. Mögen andere Versicherer mit exzessiven Lustreisen ins Gerede kommen – die Debeka hat solche Eskapaden nicht nötig. Schließlich arbeitet sie im Vertrieb ausschließlich mit festangestellten „weisungsgebundenen“ Mitarbeitern, wie der Konzern gern mitteilt.

          Doch das ist noch lange kein Garant für tadelloses Verhalten: Über Jahre hinweg haben sich Mitarbeiter auf zwielichtigem Wege Adressen von potentiellen Kunden verschafft, um der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen, wie der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue kleinlaut einräumen muss. Durch diesen Vorfall wird schlagartig in Erinnerung gerufen, dass dreister Datenklau keine Erfindung des Internets ist. Mit einem verschämten Hinweis auf die „fehlende Sensibilität“ der damaligen Führungsmannschaft für die datenschutzrechtliche Thematik ist es jedoch nicht getan. Der Konzern sollte schleunigst Auskunft über das Ausmaß der Einkaufsfreude seiner Vertriebler geben – und darüber wie viel das Führungspersonal davon wusste.

          Corinna Budras

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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