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Debatte über Nahrungsmittelpreise : „Die Lebensmittel-Lager sind keineswegs leer“

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Aber die Zukunft der Nahrungsmittelversorgung kann damit nicht gesichert werden. Mack verweist auf Prognosen, dass bis 2030 das Getreideangebot um rund 50 Prozent gesteigert werden müsse. Dies könne nur zum kleineren Teil durch eine Ausweitung der Anbauflächen geschehen. Der Vorstandsvorsitzende plädiert vielmehr entschlossen für den Einsatz der Gentechnologie in der Landwirtschaft – zur Bewältigung des Bevölkerungswachstums, zur Abdeckung des Futtermittelbedarfs für Schlachttiere angesichts steigenden Wohlstands und eines erhöhten Fleischkonsums in großen Schwellenländern sowie zur Befriedigung der Nachfrage nach Biokraftstoffen.

Europa kann nach der Überzeugung von Mack diese Entwicklung nicht stoppen. Der amerikanische Manager warnt. „Die Europäer sind mit ihrer Kaufkraft zu reich, um die Engpässe schon jetzt wirklich zu erkennen. Aber vor allem in der Futtermittelversorgung der Viehzüchter werden die Probleme bald auf sie zukommen“, meint er. Tatsächlich bauen nach Branchenangaben rund um den Globus bereits zwölf Millionen Landwirte auf mehr als 114 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen an. Auf dem alten Kontinent sind es indes nur 100.000 Hektar. Mack redet den Europäern ins Gewissen: „Die weltweite Akzeptanz der Biotechnologie in der Landwirtschaft nimmt zu.“

„Ansehnliche Absatzsteigerungen“

Als Unternehmen steht Syngenta vor einem weiteren guten Geschäftsjahr. Die am Dienstag zur Generalversammlung vorgelegten Zahlen für das erste Quartal belegen dies: Zu konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz, wie Anfang des Monats in Aussicht gestellt, um ein Fünftel. Im Pflanzenschutz betrug die Steigerungsrate 22 Prozent, im kleineren Saatgutgeschäft 13 Prozent. Daneben wirkte sich im Quartalsumsatz der Dollarrückgang aus, so dass der Konzern insgesamt um 28 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zulegte. Dahinter standen „ansehnliche Absatzsteigerungen“, wie es in dem Zwischenbericht heißt. Ertragszahlen gibt Syngenta erst zum Halbjahr bekannt. Aber schon jetzt sagt Mack, dass, wo immer möglich, auch die Preise weiter erhöht würden. Im ersten Quartal konnte das Unternehmen seine Preise schon um durchschnittlich 3 Prozent anheben.

2007 war für den Konzern bereits gut gelaufen. Bei einem Umsatzwachstum um 15 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar zog der Reingewinn vor Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten um 27 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar an. Über die Dividende und Aktienrückkäufe erhielten die Aktionäre gut eine Milliarde Dollar. Ungefähr derselbe Betrag ist für 2008 in Aussicht gestellt worden. Mack schließt angesichts des weiterhin starken Wachstums von Syngenta einen höheren Betrag nicht aus. Vorderhand belässt er es allerdings bei der Formulierung: „Wir folgen dem Ansatz, die Dividenden im Gleichklang mit einem steigenden Ergebnis je Aktie zu erhöhen. Überschüssige Barmittel führen wir durch Aktienrückkäufe an unsere Aktionäre zurück.“ Darüber hinaus will sich Mack die Flexibilität für Akquisitionen erhalten. Er macht dabei einen klaren Unterschied. „Im Pflanzenschutz gehört unser Portfolio zu den besten der Branche“, formuliert er. Anders die Sparte Saatgut, die bisher gut ein Fünftel zum Gesamtumsatz beiträgt. Hier ist Syngenta nach Monsanto und Dupont zur Zeit der drittgrößte Anbieter auf der Welt, hier hegt Mack offenbar weiter gehende Ambitionen: „Im Saatgutgeschäft wollen wir auch extern wachsen. Die Tür steht offen.“

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