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Managergehälter : Dax-Vorstände verdienen das 52-fache ihrer Mitarbeiter

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Bill McDermott, Vorstandssprecher beim Softwarekonzern SAP, ist Spitzenverdiener im Dax. Bild: dpa

Auch im vergangenen Jahr strichen die Manager der großen deutschen Konzerne wieder saftige Gehälter ein – trotz massiver Kursverluste auch bei der Deutschen Bank. Doch die schwache Börse macht sich bemerkbar.

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          Die Vorstandsgehälter der Dax-Unternehmen sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gesunken. Das durchschnittliche Vorstandsgehalt fiel 2018 um 3,5 Prozent auf 3,5 Millionen Euro, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Dennoch verdienten die Dax-Vorstände 2018 im Schnitt wie im Vorjahr das 52-fache ihrer Mitarbeiter.

          Der Gehaltsrückgang bei den Dax-Vorständen ist der Studie zufolge vor allem auf die schlechte Entwicklung des Dax zurückzuführen, der im vergangenen Jahr gut 18 Prozent verlor. Denn die aktienkursorientierte Vergütung spiele eine immer größere Rolle. Analysiert wurden die Vorstandsgehälter von 29 der 30 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax, Linde sei aus Gründen der Vergleichbarkeit nicht einbezogen worden.

          Spitzenreiter bei der Vergütung war im vergangenen Jahr Volkswagen mit sechs Millionen Euro je Vorstandsmitglied, gefolgt von Merck mit 5,2 Millionen und der Deutschen Bank mit 5,1 Millionen. „Und das obwohl sich die Deutsche Bank augenscheinlich nicht auf einem Erfolgskurs befindet“, sagte Studienautor Gunther Friedl von der TU München. Obwohl die Deutsche-Bank-Aktie 2018 um gut 56 Prozent einbrach, stieg der DSW zufolge das durchschnittliche Gehalt der Deutschen-Bank-Vorstände um gut 55 Prozent – so stark wie bei keinem anderen Dax-Konzern. Im Gegensatz zum Vorjahr verzichteten die Deutsche-Bank-Vorstände 2018 nicht auf die variable Vergütung.

          Top-Verdiener im Dax blieb der Studie zufolge SAP-Chef Bill McDermott mit 10,8 Millionen Euro. „Damit hat er zum dritten Mal in Folge die zehn Millionen Schallmauer durchbrochen“, sagte Friedl. „Gleichzeitig führt er das derzeit wertvollste Unternehmen im Dax.“ Auf dem zweiten Platz landete VW-Chef Herbert Diess (7,9 Millionen), gefolgt von HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele (7,3 Millionen). Im Schnitt verdienten die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne 5,4 Millionen Euro, während ihre Vorstandskollegen im Schnitt 3,1 Millionen Euro erhielten.

          Im Nebenwerteindex MDax mussten sich die Vorstandsmitglieder mit durchschnittlich 2,2 Millionen Euro begnügen – 1,3 Millionen weniger als im Dax. Spitzenreiter waren der Studie zufolge die Chefs des Modekonzerns Zalando, Robert Genz, David Schneider und Rubin Ritter, denen für 2018 jeweils eine Summe von knapp 19,4 Millionen Euro und damit fast das doppelte von Dax-Topverdiener McDermott gewährt wurde. Die hohen Summen erklären sich allerdings aus zwei Aktienoptionsprogrammen. 

          Alljährlich legen verschiedene Personalberater und die DSW Studien zu den Vorstandsgehältern vor. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach gewählter Methodik. So sind in der DSW-Studie die Pensionszusagen nicht berücksichtigt, da die verschiedenen Systeme sehr unterschiedlich seien. 

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