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Dax-Konzern : Siemens geht Kooperation mit dem FC Bayern ein

Uli Hoeneß Bild: AFP

Joe Kaeser und Uli Hoeneß haben angekündigt, demnächst zusammenzuarbeiten. Es geht um mehr als nur Sponsoring.

          Der deutsche Fußballmeister FC Bayern München hat mit dem Siemens-Konzern eine Zusammenarbeit bis mindestens Mitte 2020 vereinbart. So gibt es nicht nur ein attraktives Geschäft. Auch das Image des Konzerns mit der engen Bande zu einem der besten europäischen Fußballvereine mit einem internationalen Markenauftritt wird davon profitieren. Dabei bezieht sich die neue Allianz auch auf die aufstrebenden Basketballstars des FC Bayern München, die trotz der Niederlage im Halbfinale der Play-Offs die Szene dominieren.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die Rede ist von einer „Marketingpartnerschaft“. Tatsächlich aber umfasst die von Siemens-Chef Joe Kaeser und Bayern-Präsident Uli Hoeneß unterzeichnete Vereinbarung ein breites Feld der Zusammenarbeit, die mehr einer Kunde-Lieferanten-Beziehung entspricht. Es geht nicht um einfaches Sponsoring. Der Technologiekonzern wird das Gebäude- und Energiemanagement der Liegenschaften, allen voran der Allianz-Arena in München, übernehmen. Die Sparte Siemens  Gebäudetechnik wird die Infrastruktur in ihre Obhut nehmen, aber auch Sicherheitstechnik, Brandschutz und Mobilitätslösungen anbieten.

          Siemens beliefert auch digitale Fabrik

          Auch die Digitalisierung darf nicht fehlen. Die Abteilung Digitale Fabrik bekommt ein Stück des Ruhmes des FC Bayern ab. Hier werden die Bande zu Adidas sichtbar. Der Sportartikelhersteller ist Miteigentümer des Vereins. Siemens ist aber auch Lieferant von Technologien für die Produktion aus der „Speedfactory“ von Adidas. Beide kooperieren in der digitalen Fertigung von Sportprodukten, für die Siemens die digitale Produktion entwickelt hat – und somit eine Visitenkarte für das Zusammenwachsen von virtueller und realer Produktionswelt geworden ist.

          Angefangen im Pilotwerk in Ansbach, hat Siemens die Plattform erarbeitet, mit der Roboter schnell, auf individuelle Kundenwünsche und Passformen ausgerichtete Lauf- oder Fußballschuhe herstellen. Was böte sich als Gag da mehr an, als die Bayern-Stars mit speziell in der Speedfactory gefertigten Fußballschuhe wie in einer Manufaktur auszustatten. Siemens liefert den digitalen Zwilling für diese Produktionsabläufe, der die Grundlage für die digitalisierte Fabrikautomation ist. Die bislang einmalige Fertigungstechnologie will Adidas bald mit einem weiteren Werk in den Vereinigten Staaten für den größten Sportmarkt der Welt ausweiten.

          Auch DHL steigt ein

          Mit Siemens hat der FC Bayern nun aus der Industrie auch einen Partner direkt vor der Haustür gefunden und sein Netzwerk mit der Wirtschaft weiter ausgebreitet. Vor drei Jahren vereinbarte der Fußballmeister eine enge Kooperation mit SAP. In einer „Technologiepartnerschaft“ hat der größte europäische Softwarekonzern mit dem Klub ein System entwickelt, in dem Spiele und Spieler analysiert werden. Es geht nicht nur darum, Laufleistung, Ballbesitz und Passquoten der Sportler zu erfassen, sondern sie vor allem auszuwerten, um Spielabläufe daraus abzuleiten. Doch ist die Zusammenarbeit umfassender und greift auch in die Abläufe des Unternehmens FC Bayern ein. Und zwar dann, wenn es um die Internationalisierung sowie  um den Verkauf von Tickets oder Fanartikeln geht. Für SAP geht es  – wie auch für Siemens – aber auch um Image- und Marketingeffekte.

          Auch die Deutsche Post DHL ist zur gleichen Zeit „Platin-Partner“ (Sponsor der zweiten Ebene) des FC Bayern geworden. Das Unternehmen ist auch in den Online-Handel mit Fanprodukten involviert. Die Bonner sind für die Logistik verantwortlich und versenden bestellte Artikel.

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