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Das Unternehmergespräch : „Bauern sind zu oft die Bösewichte“

  • -Aktualisiert am

Nicola Lemken, die erste Frau an der Spitze des Familienunternehmens Bild: Stefan Finger

Seit 240 Jahren in Familienhand, geführt von einer Frau: Der Landmaschinenhersteller Lemken ist in seiner Branche eine große Ausnahme.

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          Die Branche ist konservativ, was Frauen nicht gerade magisch anzieht. Doch seit einigen Jahren ist Nicola Lemken die erste Frau an der Spitze des Landmaschinenherstellers Lemken. Das Unternehmen aus Alpen am Niederrhein stellt Pflüge, Eggen und Sämaschinen her. Vater Viktor Lemken nutzte daher unter anderem Landmaschinenschauen wie eine Pflug-Weltmeisterschaft, um seiner einzigen Tochter den Charme der Bodenbearbeitung näherzubringen. Mit Erfolg. Nicola Lemken trat seine Nachfolge an, das Unternehmen ist in siebter Generation in Familienhand. Im vergangenen Jahr waren es 240 Jahre. „Meinem Vater nachzufolgen war auch eine Frage der Selbstverpflichtung“, sagt sie. In der Branche ist sie eine Rarität, aber sie nimmt ihre Rolle unaufgeregt. „Es war ganz selbstverständlich und ohne Zwang. Am Ende liegt das Unternehmertum in der Familie.“

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nicola Lemken kam zugute, dass sie keinem einsamen Patriarchen folgte, sondern einem Familienunternehmer, der seit langem eine größere Geschäftsführung um sich geschart hatte. Ihr wichtigstes Pendant ist heute Anthony van der Ley, der CEO. Weil der auch schon fast zehn Jahre an Bord ist, haben beide den Aufschwung des Unternehmens Seite an Seite angestoßen. Hatte Lemken im Jahr 2010 keine 220 Millionen Euro Umsatz, so sind es heute 380 Millionen Euro, erwirtschaftet mit rund 1600 Beschäftigten an Standorten in Deutschland, Russland, Indien und China. Der Exportanteil der rund 15 000 jährlich hergestellten Geräte beträgt 77 Prozent.  Sogar das vergangene Jahr hat Lemken leidlich überstanden. „2020 hatte die Landtechnik weitgehend eine eigene Konjunktur“, sagt van der Ley. „Es war ein gutes und stabiles Jahr, auch für uns.“ Anfangs habe es nach 6 Prozent Minus für den globalen Landtechnikmarkt ausgesehen, am Ende dürfte es allenfalls minus ein Prozent sein – wenn überhaupt.

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