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Buch über Deutsche Bank : „Habe vom ersten Tag vermutet, dass es so enden wird“

Eine Flagge der Deutschen Bank vor einer Filiale in New York Bild: EPA

Bill Keenan hat ein Buch über seine Zeit bei der Deutschen Bank geschrieben. Es ist keine Abrechnung – sondern eine Geschichte darüber, wie man sich in seinem Job völlig fehl am Platz fühlen kann.

          4 Min.

          Jubiläen sind ein Anlass, sich ins beste Licht zu rücken. So dürfte es auch die Deutsche Bank sehen, die in diesen Tagen 150 Jahre alt wird. Freilich weiß das traditionsreiche Finanzhaus wohl, dass es in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig Gegenstand von wenig schmeichelhaften Geschichten war, ob es nun um seine Verwicklung in diverse Skandale ging, verfehlte Strategien oder fragwürdige Geschäfte mit Donald Trump. All das scheint für erhöhte Sensibilität gesorgt zu haben. Zumindest legen das die momentanen Bemühungen der Bank nahe, etwaige weitere Rufschäden zu begrenzen. Mit Verweis auf mehrere neue Bücher, die sich um sie drehen, verschickte sie unlängst an ihre amerikanischen Mitarbeiter eine Liste mit „Talking Points“, also Vorschlägen, möglichen Fragen rund um die Bücher zu begegnen. Dazu gehören Sätze wie: „Die Deutsche Bank hat umfassende Reformen implementiert“ oder „Wir konzentrieren uns auf die Zukunft und unsere nächsten 150 Jahre.“ Einige der Bücher könnten statt reiner Fakten auch „Mutmaßung und Spekulation in erheblichem Umfang“ enthalten, hieß es in der Nachricht an die Belegschaft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Mit Blick auf das Buch „Dark Towers“ von David Enrich ist die Alarmstimmung nachvollziehbar, denn darin spielen die Finanzskandale und die Verbindungen zu Trump eine große Rolle. Weniger zu befürchten hat die Bank dagegen von „Discussion Materials“ und seinem Autor Bill Keenan, einem früheren Mitarbeiter. Keenan geht es nicht darum, schmutzige Wäsche zu waschen, und wer sich eine Abrechnung mit dem Unternehmen erhofft, wird enttäuscht sein. Das Buch, das Ende März in Amerika herauskommt, erzählt in erster Linie eine persönliche Geschichte mit ungewöhnlichen Wendungen, die aber auch Einblicke liefert, aus welchem Holz man geschnitzt sein muss, um an der Wall Street Karriere zu machen.

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