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Omio : Ein Reiseportal klagt über Hürden für Bahnreisen

Fahrt über viele Gleise: Das Reiseportal Omio hofft auf Erleichterungen im Vertrieb von Bahntickets. Bild: LAIF

Für die Fahrt mit vielen Zügen und Bussen soll eine Buchung genügen – das will Omio ermöglichen. Dass das Ziel noch unerreicht blieb, liege auch an der Bahn. Sogar das Kartellamt ist eingeschaltet.

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          Fliegen kann geradezu einfach sein – auch wenn Passagiere gerade viel Chaotisches vor dem Start und nach der Landung erlebten. So sieht man es zumindest bei der Reiseplattform Omio. Und das ist erstaunlich: Denn das Berliner Start-up hat sich eigentlich als Ziel gesetzt, zum besonderen Mobilitätsdienstleister für Verkehrsmittel am Boden, insbesondere für den Zug, zu werden. Mit einer Buchung sollen beliebige Orte in Deutschland und ganz Europa verbunden werden können. „In der Luftfahrt gibt es seit Jahrzehnten feste Standards. Um Verbindungen zu suchen und zu vergleichen, genügen die Namen des Ausgangs- und des Zielflughafens. Im Bahnverkehr gibt es einen solchen Standard bis heute nicht“, sagt Boris Radke von Omio .

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diesen Standard fordert das Berliner Start-up nun ein. „Ähnlich wie Flugdaten sollten Bahndaten auf einer globalen Plattform verfügbar sein, die anderen als zentralisierte Datenbank dient“, sagt Radke. Eine bessere Bahninfrastruktur und der Zugang zu Zug-Informationen sei essenziell für die Reise- und Tourismusindustrie. Das erleichtere Kunden den Wechsel vom Flug zum Zug, zumal in Klimadebatten die Abkehr vom Fliegen über kürzere Distanzen als wünschenswert gelte. Ein zentraler Bahndatenpool wäre auch für das Omio-Geschäft gut. Die Idee dafür entstand durch Reiseerfahrungen des Gründers Naren Shaam. Der gebürtige Inder machte nach seinem Uni-Abschluss im amerikanischen Harvard eine Europa-Rundreise. Er fand ein Streckennetz, das so dicht ist wie sonst fast nirgendwo auf der Welt, aber keine Möglichkeit, nahezu alle Tickets an einer Stelle im Internet zu kaufen. Das wollte er ändern.

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