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Gebrauchter A380 : Das Rätsel um den Riesen-Airbus ist gelöst

Das portugiesische Unternehmen Hifly vermietet einen Airbus A380 mit Korallenmotiv. Bild: Hifly

Ein portugiesisches Unternehmen vermietet das größte Passagierflugzeug der Welt. Nun ist klar, wer sein erster längerfristiger Kunde wird.

          Jetzt hat das Rätselraten offenbar endlich ein Ende: Der erste längerfristige Kunde der portugiesischen Fluggesellschaft Hifly für ihren gebrauchten Airbus A380 soll Norwegian Air Shuttle sein, einer der schon im Vorfeld heiß gehandelten Kandidaten. Die norwegische Billigfluggesellschaft wolle das vierstrahlige Langstreckenflugzeug einige Wochen lang im August auf der Strecke zwischen London und New York einsetzen, sagte ein Sprecher des Unternehmens der Nachrichtenagentur Bloomberg. Notwendig wird das offenbar, weil einige Boeing 787-Maschinen wegen Triebwerksschwierigkeiten nicht fliegen könnten. Von den beiden Gesellschaften waren zunächst keine näheren Angaben zu erfahren.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der erste Kunde des vor kurzem neu in die Flotte des Flugzeugvermieters aufgenommenen Riesenfliegers überhaupt war in dieser Woche Thomas Cook Airlines Scandinavia. Am Mittwoch flog die Maschine zunächst von Beja in Portugal, der technischen Basis von Hifly, nach Kopenhagen. Von dort aus ging es am selben Tag für die skandinavische Fluggesellschaft mit Touristen nach Larnaca auf Zypern und dann wieder nach Kopenhagen zurück – der erste offizielle Einsatz eines gebrauchten A380 überhaupt. Die nächsten Flüge fanden am Donnerstag ebenfalls für die skandinavische Fluggesellschaft statt, dieses Mal von Oslo nach Palma de Mallorca und wieder zurück.

          Andere werden zerlegt

          Dabei hatte Thomas Cook Airlines Scandinavia offenbar den A380 kurzfristig von Hifly angemietet, weil zur Urlaubszeit in Europa kaum noch Mietflugzeuge zu haben waren. Notwendig sei dies geworden, nachdem es am Sonntag am griechischen Flughafen Rhodos große Schwierigkeiten mit der IT gegeben hatte, sagte ein Sprecher der zum Thomas-Cook-Konzerns gehörenden Condor am Donnerstagabend der F.A.Z. Mit der Maschine habe die Thomas-Cook-Tochtergesellschaft am Mittwoch und Donnerstag Hunderte von Urlaubern von Kopenhagen nach Zypern sowie von Oslo nach Palma de Mallorca und auch zurück befördert.

          Der Flieger sei allerdings bei weitem nicht ausgelastet gewesen, sagte der Condor-Sprecher. Es seien bisher nur diese vier Flüge geplant und keine weiteren Einsätze. Dennoch könne man nicht ausschließen, dass das Flugzeug innerhalb des Konzerns doch noch einmal angemietet werde. Man sei aber nicht der eine von Hifly angekündigte Kunde, auf den nun alle warten würden. Der Thomas Cook-Konzern mietet immer wieder Flugzeuge zum Beispiel von Hifly an, wenn es Engpässe wegen Stromausfällen oder schlechter Wetterbedingungen gibt.

          Das Interesse an dem Flugzeug sei überraschend groß, hatte der Hifly-Chef Paulo Mirpuri auf der Flugzeugmesse in Farnborough nur gesagt. Die Fluglinien stünden Schlange. Hifly vermietet Flugzeuge samt Besatzung für Cockpit und Kabine sowie Wartung und Versicherung an Fluglinien („Wet-Lease“), wenn diese Engpässe haben oder neue Verbindungen testen wollen. Das Unternehmen hat den ersten gebrauchten Riesenflieger überhaupt übernommen und ihn von der Fondsgesellschaft Doric geleast. Die Leasingrate hat einen fixen und einen variablen Teil, der abhängig von den Einsätzen ist. Das Flugzeug wurde zuvor zehn Jahre lang vom A380-Erstkunden Singapore Airlines geflogen. Der ursprüngliche Leasingvertrag war hier nicht verlängert worden.

          Zwei weitere A380, welche die asiatische Fluggesellschaft ebenfalls nach zehn Jahren Nutzung zurückgegeben hat, sollen dagegen von August an in ihre Einzelteile zerlegt und diese anschließend verkauft werden, obwohl sie in Flugzeugjahren noch als jung gelten. Die Fondsgesellschaft Dr. Peters hatte den Fondsbesitzern, vor allem deutschen Anlegern, den Vorschlag unterbreitet, weil sie sich hiervon die höchste Rendite verspricht. Auf der Gesellschafterversammlung Ende Juni hatten diese zugestimmt. Verhandlungen mit anderen Fluggesellschaften über ein weiteres Leasing oder einen Verkauf – unter anderem mit Hifly, British Airways und Iran Air waren zuvor gescheitert. Hifly plant für das kommende Jahr mit einem zweiten gebrauchten A380. Vielleicht sieht es auf dem Zweitmarkt für den neu immer weniger gefragten Riesenflieger ja doch besser aus als zunächst gedacht.

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