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Airline Ita : Das Interesse der Lufthansa an Italien wächst

Neu lackiert: Flugzeug der ITA Airways in Rom Bild: via REUTERS

Spekulationen über einen Einstieg der Lufthansa bei der Nachfolgerin der insolventen Alitalia dürften zwar übereilt sein, doch der Wunsch des Konzerns nach mehr Geschäft in Italien ist groß.

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          Die Deutsche Lufthansa befindet sich offenbar in fortgeschrittenen Gesprächen über ein mög­liches Zusammenrücken mit der italienischen Fluggesellschaft ITA , der Nachfolgerin der insolventen Alitalia. Die italienische Zeitung „Il Foglio“ be­richtete am Wochenende, es gehe um den Kauf eines 40-Prozent-Anteils von ITA. Lufthansa lehnte eine Stellung­nahme ab. Ein ITA-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, vor der Vorlage eines strategischen Plans an den Vorstand des Unternehmens am 31. Januar würden keine Schritte zu möglichen Allianzen unternommen.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Branchenkreisen hieß es, dass solch eine Transaktionen nicht unmittelbar bevorstehe; die Zeitung hatte von einer möglichen Bekanntgabe in der kommenden Woche geschrieben. Lufthansa habe aber großes Interesse an einer kommerziellen Partnerschaft. Gespräche dazu könnten bald zu Ergebnissen führen, was jedoch nicht direkt in eine Kapitalbetei­ligung münden müsse.

          Nach der Tilgung des deutschen Teils des Corona-Hilfspakets ist für Lufthansa die zwischenzeitliche Auflage gefallen, dass der Konzern keine Übernahmen vo­rantreiben darf. In Konzernkreisen kursiert mittlerweile auch die Wendung, die „richtige Heimat“ für eine neue italie­nische Airline liege in einer Nähe zu Lufthansa. Doch auch bei den heutigen Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz und in Belgien sei man erst nach deren wirtschaftlicher Wende eingestiegen. In der Vergangenheit hatte Lufthansa dem Werben aus Italien um einen Einstieg bei Alitalia mehrmals Absagen er­teilt. Dazu hieß es aber stets, dass sich mit Blick auf eine von Altlasten befreite „New Alitalia“ die Lage anders darstellen könnte.

          Tatsächlich haben sich die Attraktivität einer möglichen Beteiligung in Italien und damit auch die Chancen für einen Einstieg seit dem vergangenen Jahr stark verbessert. Weil die alte, künstlich vom Staat erhaltene Alitalia abgewickelt und ITA als neues Unternehmen gegründet wurde, wurden viele Besitzstände von Al­italia abgeschafft. Bis dahin kämpften zehn Gewerkschaften dafür, dass die vielen Arbeitsplätze und Vorrechte von Be­schäftigten erhalten würden, koste es, was es wolle. Im vergangenen Jahr zeigte sich, dass sich die italienische Regierung nicht zu Versprechen für den Erhalt der alten Alitalia erpressen ließ. Vor der Co­rona-Krise zählte Alitalia 11 000 Mitarbeiter, zuletzt noch 6000. Die europä­ischen Wettbewerbsaufseher, die Regierung und die neue ITA-Spitze hatten aber durchgesetzt, dass in der neuen Li­nie nur noch 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Wunschträume der Gewerkschaften von einer Airline mit mehr als 100 Flugzeugen wurden beerdigt, ITA ist mit 50 Flugzeugen gestartet.

          Mit weniger Beschäftigten, weniger Gewerkschaftseinfluss und Gehältern deutlich unter Lufthansa-Niveau wird die Gesellschaft, deren Verwaltung und alte byzantinische Methoden beim Einkauf beschnitten wurden, nun in­teressant für Lufthansa. Italien ist nicht nur ein wichtiges Reiseziel. Von dort kommen auch viele Manager, die mit Zu­bringern zu den teuren Lufthansa-Interkontinentalflügen ab Frankfurt und München gebracht werden. Zu­letzt waren bei den Auslandsflügen von und nach Italien Ryanair und Easy­jet Marktführer, auf Platz drei stand die IAG-Gruppe mit British Airways und Iberia vor der Lufthansa-Gruppe mit 9 Prozent Marktanteil. Der deutsche Konzern ist daher grundsätzlich interessiert, seinen Anteil in Italien zu erhöhen, solange das nicht mit Verlusten und politischer Erpressung verbunden ist.

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