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Chemiekonzern Bayer : Das Glyphosat-Desaster

Bayer-Chef Werner Baumann spricht auf der Hauptversammlung am Freitag zu den Aktionären. Die verweigern ihm anschließend die Entlastung. Bild: AFP

Der Bayer-Chef hat das Vertrauen seiner Aktionäre verloren. Warum er wohl trotzdem nicht um seien Posten bangen muss.

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          Die wohl denkwürdigste Hauptversammlung in der Geschichte des traditionsreichen Leverkusener Bayer-Konzerns am vergangenen Freitag war noch keine drei Stunden alt, da meldete sich eine Vertreterin des Deutschen Berufsimkerverbandes zu Wort. Sie wolle Bayer-Vorstandschef Werner Baumann ein besonders Angebot machen. Man biete ihm einen Ausbildungsplatz in einer Imkerei an. „Angesichts Ihrer Managementleistung gehe ich davon aus, dass Sie sich in naher Zukunft beruflich neu orientieren werden.“

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was klang wie ein schlechter Scherz einer unbedeutenden Kleinaktionärin, war gute zwölf Stunden später aus Sicht des Bayer-Vorstands längst nicht mehr lustig. Stunde um Stunde hatte die Hauptversammlung gedauert, ein wütender Aktionär nach dem anderen trat ans Mikrofon. Der Tenor war stets der gleiche: Bayer, noch vor gar nicht langer Zeit der wertvollste Dax-Konzern, habe sich an der 2018 vollzogenen Übernahme des amerikanischen Agrarkonzerns Monsanto vollkommen verhoben. In Amerika gibt es mehr als 13.000 Schadenersatzklagen wegen Krebserkrankungen, die das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat aus dem Hause Monsantoverursacht haben soll – Rechtsrisiken, so der Vorwurf, die Bayer nicht ausreichend berücksichtigt habe.

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