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Teures fürs Tier : Mit Hunden lässt sich haufenweise Geld verdienen

  • -Aktualisiert am

Der Trend zum „Dog-Styling“ kommt aus Amerika: auf der „Pet Fashion Show“ in New York Bild: AFP

Leberwursteis, Fitnesstrainer und Designer-T-Shirts – das Angebot für den besten Freund des Menschen wächst und wächst. Das ist ein gutes Geschäft.

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          Fressen auf Rädern, Dog TV, Beautysalons und Fitnesstrainer für Hunde – da können sich Vierbeiner nur pudelwohl fühlen, oder? Früher habe der Hund im Freien gelebt als Beschützer von Haus und Hof, heute sei er ein Familienmitglied, der beste Freund oder sogar Seelenpartner, sagt Nicolette Rathenow, Geschäftsführerin von Cani di Mondo, einer Hundeboutique im brandenburgischen Birkenwerder.

          2017 lebten nach Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe in Deutschland 9,2 Millionen Hunde in 18 Prozent der Haushalte. Die Branche für Heimtierbedarf ist stetig gewachsen und umfasst für Hunde rund 5 Milliarden Euro, wie eine Studie von Renate Ohr von der Universität Göttingen zeigt.

          Eine wichtige Rolle für Hundebesitzer spielt die Trixie Heimtierbedarf GmbH & Co. KG aus Tarp; nach eigenen Angaben ist man europäischer Marktführer für Heimtierzubehör. Man vertreibe mehr als 6500 Artikel, mindestens 4700 seien nur für Hunde. Am meisten nachgefragt seien Snacks und Kauartikel. Zu den Verkaufsschlagern gehörten auch Fahrradanhänger, Fahrradkörbe, ein Activity-Tunnel und Hundebetten. Wenn das Zuhause von Frauchen oder Herrchen in Grau gehalten sei, dann wollten die meisten Kunden auch graue Kissen oder graues Spielzeug, berichtet Marketingleiterin Claudia Menzel. Dem Hund sei das ja egal.

          Immer mehr Luxusartikel

          Viele der Kunden seien Frauen von 30 bis 60 Jahren. Der Umsatz ist nach Angaben des Geschäftsführers Volker Haak stetig gestiegen, 2017 habe er zwischen 150 und 200 Millionen Euro gelegen. Unter den Fachhandelskunden befinden sich viele Ketten und Online-Shops. Die größten seien Amazon, Fressnapf und Das Futterhaus, berichtet Haak. Trixie verkauft auch Luxusartikel, bis vor kurzem zum Beispiel eine mit Maja Prinzessin von Hohenzollern entwickelte Serie „für tierische Prinzen & Prinzessinnen“ mit eingesticktem Wappen und Krone.

          Wie die Studie der Wirtschaftswissenschaftlerin Renate Ohr zeigt, nehmen die auf Luxus spezialisierten Geschäfte für Hunde zu. Diese Boutiquen haben Namen wie Society Dog, Luxury Dog oder Hundecouture. Auch Cani di Mondo bietet „edle Hundeaccessoires für Hunde von Welt“. Der meistgefragte Artikel ist laut der Geschäftsführerin Nicolette Rathenow das Hundehalsband, das bis zu 200 Euro kosten kann.

          Trickots und Trachtenmode

          Als Pionier bezeichnet sich das im Oktober 2006 eröffnete Hundeparadies in Baden-Baden. Es gehört zur Dog One GmbH mit Sitz in Lichtenau. In der Boutique von Martina Borchmann gibt es italienische Designerstücke, zum Beispiel T-Shirts, Regenmäntel, Kleider, Jeans, Bademäntel und gefütterte Kunstpelze sowie Accessoires wie Halstücher und Hüte. Selbst Perlenketten, edle Schmuckanhänger und Hundeparfüms gehören zum Sortiment. Im Schnitt gäben die Kunden 100 Euro je Ladenbesuch aus. Genaue Umsatzzahlen will die Inhaberin nicht nennen, sie verweist nur auf eine kontinuierliche Nachfragesteigerung.

          Der Trend zum „Dog-Styling“ komme aus den Vereinigten Staaten, erläutert Borchmann. Mittlerweile gebe es 6000 Hundeboutiquen in Europa. Für den Zoofachhandel hat Dog One ein Shop-in-Shop-System entwickelt: Boutique-Ecken, in denen exklusive Bekleidungsstücke für Hunde angeboten werden, von Fußballtrikots über Hundehosen und -röcke bis hin zu Trachtenmode.

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