https://www.faz.net/-gqe-9o7l2

Nachhaltiges Schreibgerät : Ein Stift, der eine Pflanze werden kann

  • -Aktualisiert am

Nachhaltig: In der grünen Kapsel befindet sich der Samen. Bild: Frank Röth

Mit einem Stift einen Millionenumsatz erzielen? Ein dänisches Start-up schafft das mit dem Sprout-Pencil, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist.

          1 Min.

          „Nachhaltigkeit zu kommunizieren, ohne dass es langweilig oder kompliziert wird, ist schwierig“, sagt Stine Cristina Mynster, Kommunikationsmanagerin von Sprout, und bezieht sich auf die Erfahrungen von Kunden. Das dänische Start-up mit 14 Mitarbeitern will dieses Problem aus der Welt schaffen. Es führt die Idee dreier kanadischer Studenten weiter.

          Das in einem Vorort von Kopenhagen ansässige Unternehmen verkauft den „Sprout Pencil“, einen Stift, der, wenn er als Schreibutensil ausgedient hat, in die Erde gesteckt werden kann. In der Kapsel am Ende des Stiftes sind Samen; je nach Saatgut sprießen sie zu Blumen, Gemüse oder Kräutern.

          Alternative zu Plastikkugelschreibern

          Die Studenten, die den Sprout Pencil entwickelten, verkauften 2013 ihr Unternehmen an den dänischen Unternehmer Michael Stausholm. Auf den Sprout Pencil hat man ein Patent. Es seien zwar ein paar Kopien, hauptsächlich aus China und Indien, aufgetaucht, doch dagegen gehe man vor, sagt Mynster.

          Die Stifte kann man im Internet bestellen und in ausgewählten Läden, Museumsshops und Buchhandlungen kaufen. Ab 10,95 Euro erhält man zwischen fünf und acht Stifte. Das Zedernholz, aus dem sie gemacht sind, stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Kern besteht aus Ton und Graphit. Jeder Stift ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Damit biete man eine Alternative zu „135 Millionen Plastikkugelschreibern, die jeden Tag auf der Welt produziert werden“.

          Das Unternehmen hat einen „Sprout Makeup Pencil“ entwickelt. Und man hat die Firma eines deutschen Unternehmers gekauft, die einen biologisch abbaubaren Löffel mit integriertem Tee erfunden hat.

          Export in achtzig Länder

          „85 Prozent des Verkaufs gehen an Unternehmen und Organisationen, die ihr Logo eingraviert bekommen und die Bleistifte bei Kampagnen oder als grüne Giveaways verwenden“, sagt Mynster. Die Stifte verkaufe man mittlerweile in gut 80 Länder. Die beliebtesten Samenarten sind Basilikum, Thymian und Cherrytomaten.

          Unter den Kunden sind Ikea, Coca-Cola, Porsche und die Deutsche Bahn sowie das Europäische Parlament und die italienische Carabinieri. Sprout hat nach eigenen Angaben mehr als 14 Millionen Bleistifte verkauft, 2018 etwa 3 Millionen, und im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet rund 3 Millionen Euro erzielt.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

          Weitere Themen

          Der Kleiderschrank kommt ins Internet

          Secondhand-Mode : Der Kleiderschrank kommt ins Internet

          Secondhand-Mode hat solchen Zulauf, dass selbst Luxushersteller den Trend nicht mehr ignorieren können. Der französische Anbieter Kering wagt deshalb einen Millionendeal.

          Topmeldungen

          Sollten die Impfreihenfolge aufgeweicht werden? Darüber wird zur Zeit debattiert.

          Stiko-Chef im F.A.Z.-Gespräch : Impfkommission besteht auf Priorisierung

          Stiko-Chef Thomas Mertens dringt darauf, die Bevölkerung so schnell wie möglich zu immunisieren. Er warnt aber vor einer willkürlichen Abgabe des Impfstoffs – und stellt sich gegen drei mächtige Ministerpräsidenten.
          Friedrich Merz im Dezember 2018

          Kampfkandidatur? : Merz will offenbar für Bundestag kandidieren

          Im Sauerland wird Friedrich Merz von einigen Parteifreunden zu einer Kandidatur für den Bundestag ermutigt. Merz fühle sich geehrt und freue sich, sagt sein Sprecher. Doch nicht alle sind begeistert.
          Putin am 23. Februar, dem sogenannten Tag des Vaterlandsbeschützers, am „Grabmal des unbekannten Soldaten“ in Moskau

          Russlandsanktionen : Wie kann man Putin weh tun?

          Die Europäische Union will gegen jene Russen vorgehen, die Alexej Nawalnyj hinter Gitter gebracht haben. Er selbst schlägt ganz andere Leute für Sanktionen vor. Was Putin mehr beeindrucken könnte, ist umstritten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.