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Einstieg des Bundes : Das Curevac-Rätsel

Im Labor des Tübinger Biotechunternehmens Curevac Bild: dpa

Warum beteiligt sich der Bund an dem Tübinger Biotechunternehmen, an anderen aber nicht? Diese Frage wird nicht nur in Berlin heiß diskutiert.

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          Die Sache wirkt seltsam: Am Montagmittag verkündet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den Einstieg beim Tübinger Biotechunternehmen Curevac, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus forscht. Zu den Gründen, warum der Bund ausgerechnet jetzt 300 Millionen Euro in dieses Unternehmen investiert, halten sich sowohl Altmaier als auch Mehrheitseigner Dietmar Hopp bedeckt. Am Abend dann macht in Berlin ein Brief des Finanzministeriums an den Bundestag die Runde, der den Grund für die Eile erklärt: Curevac plane schon im Juli seinen Börsengang – nicht in Deutschland, sondern an der amerikanischen Nasdaq. Deshalb sei auch keine Einbindung des Haushaltsausschusses möglich gewesen. Einen Tag später wird das Ganze noch obskurer: Ein Sprecher von Curevac will nicht bestätigen, dass das Unternehmen überhaupt einen Börsengang plant.

          Ilka Kopplin
          Redakteurin in der Wirtschaft.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Diese ungewöhnliche Form der Kommunikation fügt sich nahtlos in die Geschehnisse der vergangenen Monate ein. Mitte März hatte eine Meldung für Aufsehen gesorgt, die amerikanische Regierung wolle sich das Knowhow des Unternehmens sichern. Ob es tatsächlich ein solches Übernahmeangebot gab, ist unklar. Großinvestor Hopp schickte jedenfalls schnell eine Absage nach Amerika.

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