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Arbeiten in der Pandemie : Homeoffice auf Befehl

Szene aus einem Corona-Homeoffice Bild: Sieber, Laila

Die Coronazahlen sind anhaltend hoch, trotzdem gehen anders als im Frühjahr viele Menschen ins Büro. Dürfen Vorgesetzte ihren Mitarbeitern das Arbeiten zu Hause verordnen?

          3 Min.

          Die Debatte über das Homeoffice und die Corona-Pandemie – beinahe scheint das zusammenzugehören. Während lange über ein Recht auf Homeoffice diskutiert wurde, geht es nun seit Kurzem um das genaue Gegenteil: um eine Homeoffice-Pflicht in der derzeitigen Pandemie-Phase. Denn obwohl die Corona-Ansteckungszahlen im Schnitt deutlich höher sind als im Frühjahr, bleiben deutlich weniger Arbeitnehmer so konsequent daheim wie damals – das zeigen Daten der Hans-Böckler-Stiftung ebenso wie Mobilitäts-Statistiken von Google. Deshalb forderten zwischenzeitlich Teile der Linken einen „richtigen Lockdown“, die Grünen eine „Corona-Arbeitsschutzverordnung“, die jedem, der es nur irgend kann, Homeoffice ermöglicht und ansonsten Bußgelder androht. Weniger radikal sieht es die Regierung, die aber zumindest die Arbeitgeber „dringend“ bittet, Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Verpflichtung fürs Homeoffice träfe ins Mark der unternehmerischen Eigenverantwortung. Arbeitgeberverbänden wie Gewerkschaften geht das entschieden zu weit: „Die Industrie appelliert an alle Unternehmen, Homeoffice soweit wie möglich zu nutzen, und viele tun dies bereits. Das Schweißen aus dem Homeoffice hat bisher jedoch niemand erfunden“, sagte Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Industrie, der F.A.Z. „Pauschal strengere Vorgaben der Politik für mehr Homeoffice wären deshalb nicht sinnvoll. Was geht und was nicht, welche Arbeitsplätze dauerhaft im Homeoffice sein können und welche Arbeiten schlichtweg nicht von zuhause zu erledigen sind, weiß niemand besser als die Betriebsparteien vor Ort.“

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