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Dank staatlicher Hilfen : Die europäischen Automärkte boomen

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Noch ist der Abwrackboom nicht ganz zu Ende: In anderen europäischen Ländern gibt es weiterhin Staatshilfen Bild: dpa

In Europa wurden im November 1,18 Millionen Neuwagen verkauft und damit 26,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schuld an dem Boom sind die zahlreichen Abwrackprämien, die in anderen Teilen Europas noch länger laufen als in Deutschland. Doch was kommt nach dem Auslaufen der Staatshilfen?

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          Die europäischen Automärkte haben im November ihre Aufholjagd fortgesetzt: Europaweit wurden 1,18 Millionen Neuwagen verkauft worden und damit 26,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gestützt von zahlreichen nationalen Konjunkturprogrammen sank das Minus im bisherigen Jahresverlauf auf 2,8 Prozent, wie der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) am Dienstag in Brüssel mitteilte.

          In den ersten elf Monaten des Jahres wurden insgesamt rund 13,4 Millionen neue Autos zugelassen.
          Auch weltweit stabilisierte sich die Auto-Nachfrage, wie der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt mitteilte. Besonders die Wachstumsmärkte China, Indien und Brasilien glänzten im November mit kräftigen Absatzsprüngen.

          In Deutschland stieg die Zahl der Neuzulassungen im November um 19,7 Prozent. Die größten Zuwächse in Europa verzeichneten Großbritannien mit einem Plus von 57,6 Prozent gefolgt von Frankreich (plus 48,3 Prozent) und Norwegen (plus 38,1 Prozent). In Großbritannien hatte neben Abwrackprämien die 2010 anstehende Mehrwertsteuererhöhung für Vorzieheffekte gesorgt.

          Rückläufige Zahlen in den neuen EU-Ländern

          Rückläufige Zulassungszahlen wurden abermals in den neuen EU-Ländern verzeichnet, allerdings war das Minus mit knapp 17 Prozent im November bei weitem nicht mehr so hoch wie in den Vormonaten. Während der russische Automarkt mit einem Minus von 46 Prozent im Jahresvergleich weiter am Boden liegt, hat sich der amerikanische Markt auf Vorjahresniveau stabilisiert. Im Jahresverlauf liegt das Minus mit 9,4 Millionen Neuzulassungen aber noch immer bei 24 Prozent. Allerdings konnten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil im November laut VDA um 0,6 Punkte auf 7,3 Prozent ausbauen.

          Der brasilianische Markt legte im November um 43 Prozent zu und der indische um 67 Prozent. In China hat sich das Absatzvolumen mit einem Plus von 92 Prozent auf 853.000 Neuwagen sogar fast verdoppelt. Seit Januar wurden dort 7,45 Millionen Autos verkauft und damit 44 Prozent mehr als in den ersten elf Monaten 2008.

          Die Premiumhersteller leiden

          Von den deutschen Herstellern konnte in den ersten elf Monaten in Europa allein Volkswagen Zuwächse verbuchen: Die Zahl der Zulassungen stieg um 0,6 Prozent auf 2,85 Millionen Fahrzeuge, der Marktanteil des Konzerns legte leicht auf 21,2 Prozent zu. Hingegen büßten Opel und die Schwestermarke Vauxhall 7,6 Prozent ein und verkauften nur noch 993.000 Neuwagen. Der Marktanteil ging von 7,8 auf 7,4 Prozent zurück.

          Premiumhersteller wie BMW mit einem Minus von 15,2 Prozent und Daimler (minus 14,1 Prozent) mussten kräftig Federn lassen. Ihr Marktanteil sank von mehr als 5 Prozent auf jeweils 4,8 Prozent.
          Von den europäischen Autobauern schlug sich Fiat am besten mit einem Plus von 5,4 Prozent auf 1,17 Millionen Fahrzeuge. Die Italiener bauten auch ihren Marktanteil in den ersten elf Monaten von 8,0 auf 8,7 Prozent kräftig aus.

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