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Dank Bürgschaft : Winterkatalog von Quelle kommt

Neun Millionen Exemplare des Winterkataloges sollen für 25 Millionen Euro gedruckt werden Bild: AP

Das insolvente Versandhaus Quelle kann zunächst weiterarbeiten. Der vorläufige Insolvenzverwalter teilte in Köln mit, ein Bankenkonsortium habe nötige Zwischenkredite grundsätzlich zugesagt.

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          Die Rettungsbemühungen für die Quelle GmbH haben sich am Freitag äußerst schwierig gestaltet. Erst am frühen Abend einigten sich die kreditgebenden Banken auf einen Refinanzierungsplan, der als Grundlage für eine Bürgschaft über insgesamt 50 Millionen Euro dient.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Zwar hatten sich am späten Donnerstagabend die Bundesländer Bayern und Sachsen sowie der Bund im Grundsatz auf die Bürgschaft verständigt. Die endgültige Entscheidung darüber stand aber am Freitagabend noch aus. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Freitag mit, dass der Beitrag des Bundes zur Bürgschaft in Höhe von 25 Millionen Euro sorgfältig und intensiv geprüft werden müsse. Ein Beschluss solle am Wochenende getroffen werden. Das von den Banken erstellte Konzept ist Voraussetzung für einen positiven Bescheid aus Berlin.

          Finanzierung für Versandgeschäft zusammengebrochen

          Die anderen 25 Millionen Euro sollen von den Bundesländern kommen, in denen Quelle Standorte hat: Bayern will entsprechend der großen Bedeutung der Zentrale in Fürth 21 Millionen Euro bereitstellen, Sachsen 4 Millionen Euro. Die Bürgschaft sichert damit vor allem die akut benötigte Finanzierung für den Druck des Herbst/Winter-Kataloges von Quelle ab, der etwa 20 bis 25 Millionen Euro kostet. Der Auftrag dafür muss spätestens in der nächsten Woche erteilt werden.

          Der Katalog ist für das Geschäft in der Herbst/Winter-Saison essentiell. Quelle hat sich in der Insolvenz von Arcandor zum großen Sorgenfall entwickelt, während die Lage von Karstadt im Vergleich dazu weniger bedrohlich erscheint. Denn die für das Versandgeschäft besondere Finanzierung über das Factoring ist zusammengebrochen. Die zuständige Valovis Bank in Essen hat die Arbeit für Quelle eingestellt, da deren Banken den Geldhahn zugedreht haben. Nun haben die Kreditgeber mit ihrer Vereinbarung den Refinanzierungsbedarf von insgesamt 300 Millionen Euro zugesichert. Neben der Bayern LB soll es sich um die Commerzbank und vermutlich um die Royal Bank of Scotland handeln. Das ist das Bankkonsortium von Arcandor.

          Donnerstagabend wurde eine Krisensitzung des bayerischen Kabinetts einberufen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) warnte im Anschluss daran, dass Quelle trotz der Bürgschaft einen langen und harten Weg zu beschreiten habe.

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