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Källenius Brandbrief : Aufwachen, Daimler

Der Mercedes-Stern, das Logo der Automarke Mercedes-Benz. Bild: dpa

Daimlers Führungsriege hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Das Unternehmen läuft Gefahr, vom Wandel in der Automobilbranche überrollt zu werden. Auf Ola Källenius wartet eine schwierige Aufgabe.

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          Raus aus der Komfortzone, aber dalli! Auf diese klare Aufforderung könnte man den Inhalt des Briefes zusammenfassen, den der Daimler-Vorstand an die eigenen Führungskräfte geschrieben hat. Die können zwar täglich lesen und hören, dass die Autoindustrie vor der größten Transformation ihrer Geschichte steht. Aber viele Mitarbeiter haben offenbar den Schuss nicht gehört und viele Führungskräfte auch nicht.

          Sie sorgen sich eher um die optimale Abwicklung ihrer Dienstreisen und scheren sich nicht darum, ob es nicht angemessener wäre, den einen oder anderen Flug ganz zu streichen, wegen des Klimas und auch wegen der Kosten.Beides hat bisher keine dominante Rolle im Denken des durchschnittlichen Daimler-Mitarbeiters gespielt. Zu der individuellen Sorglosigkeit trägt die Tatsache bei, dass Daimler allen Mitarbeitern eine Beschäftigungszusage bis 2029 gegeben hat, wenn sie der neuen Holding-Struktur des Traditionskonzerns zustimmen.

          Das war vielleicht ein cleverer Schachzug, um die Neuordnung geräuschlos hinzubekommen. Aber wer sich in Sicherheit wiegt, gerät auch leicht in Gefahr, träge zu werden. Jetzt ist es am neuen Daimler-Chef Ola Källenius, mit einer klugen Strategie die eigenen Beschäftigten so zu begeistern, dass sie die nötige Transformation selbstbewusst und kraftvoll vorantreiben. Eine schwierige Aufgabe.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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