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Daimler und Bosch kooperieren : In Stuttgart fährt das Shuttle bald fahrerlos

Ein Bosch-Mitarbeiter fährt mit dem Prototyp eines autonomen Fahrzeugs. Bosch will mit Daimler zukünftig autonome Shuttles bauen. Bild: dpa

Beim autonomen Fahren kooperieren Daimler und Bosch schon länger. Jetzt wollen sie ihre Möglichkeiten bei einem Großprojekt ausbauen – und haben einen amerikanischen Spezialisten als Zulieferer gewonnen.

          Autonomes Fahren treiben Bosch und Daimler schon vom Frühjahr 2017 an gemeinsam voran. Nun kündigen die beiden Stuttgarter Konzerne ein Großprojekt an: Im kommenden Jahr soll ein automatisierter Shuttle-Service im Silicon Valley gestartet werden.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Dabei geht es nicht nur darum zu zeigen, dass vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren auch im Kontext einer Großstadt möglich ist. Vielmehr soll das Pilotprojekt verschiedene Mobilitätsangebote intelligent verbinden. Entsprechende Services wie Carsharing, private Mitfahrgelegenheiten oder multimodale Plattformen sowie die passenden Apps gibt es schon im Daimler-Portfolio.

          Mit dem jetzt angekündigten Pilotprojekt soll getestet werden, wie fahrerlose Shuttles sich in das übrige Angebotsspektrum einbinden lassen. Für die Künstliche Intelligenz, die zum Betrieb der entsprechenden Plattform notwendig ist, haben Bosch und Daimler den amerikanischen Spezialisten Nvidia als Zulieferer gewonnen. Eine Zusammenarbeit von Bosch und Nvidia war vor mehr als einem Jahr angekündigt worden.

          Gründlichkeit vor Schnelligkeit

          Für Tests mit autonom fahrenden Fahrzeugen hat Kalifornien zahlreichen Unternehmen entsprechende Lizenzen gewährt. Auch Bosch und Daimler sind schon mit Testwagen vor Ort, bisher allerdings nur in bescheidenem Umfang. „Entscheidend ist, ein sicheres und zuverlässiges und serienreifes System einzuführen“, betonte Daimler-Projektleiter Michael Hafner gegenüber Journalisten. „Sicherheit steht an erster Stelle. Gründlichkeit geht im Zweifel vor Schnelligkeit.“

          Bosch-Projektleiter Stephan Hönle hob auf die Kombination der Kompetenzen ab, die Bosch und Daimler haben: „Es genügt nicht, in ein oder zwei Bereichen gut zu sein. Man muss, wie wir, alle Disziplinen beherrschen.“ Entscheidend für vollautomatisiertes Fahren im städtischen Umfeld sei das zuverlässige Erkennen des Fahrzeugumfelds, wozu das Fahrzeug zu einem rollenden Supercomputer werde.

          Für die gemeinsame Entwicklung im Bereich autonomes Fahren arbeiten Mitarbeiter von Daimler und von Bosch Schreibtisch an Schreibtisch zusammen, im Großraum Stuttgart sowie in Sunnyvale südlich von San Francisco.

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