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Sorgen in Amerika : Wird Daimlers Erfolgsfahrt gebremst?

Die E-Klasse verkauft sich gerade besonders gut. Bild: dpa

Daimler verdient besser als jemals zuvor. Das liegt vor allem an einem Mercedes-Modell. Trotzdem dämpft der Vorstand die Erwartungen.

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          Mit einer 4 habe man noch nie ein Quartal abgeschlossen, sagt Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber zufrieden. Er meint das Ergebnis vor Steuern und Zinsen, das im dritten Quartal auf 4,037 Milliarden Euro kletterte – das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es ist auch mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Kurs der Daimler-Aktie war in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Am Freitagmorgen, unmittelbar nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, reagierten Anleger aber erst einmal irritiert, der Kurs sackte um 2,3 Prozent auf 64,48 Euro zurück.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Das dürfte daran liegen, dass der Konzern sich zwar aktuell als „sehr erfolgreich“ bezeichnet, aber gleichzeitig die Absatz- und Umsatzprognosen für das Gesamtjahr leicht zurückgenommen hat. Jetzt wird nicht mehr mit einem steigenden, sondern nur noch mit einem stabilen Umsatz gerechnet, vor allem weil das Geschäft in Nordamerika schlecht läuft. Das Ergebnis soll leicht über dem des Vorjahres liegen.

          Der große Gewinnbringer ist aktuell die Mercedes-Sparte. Allein mit den Autos hat der Stuttgarter Konzern 2,746 Milliarden Euro Ergebnis erzielt, das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Erfolg ist auf gute Verkäufe zurückzuführen. Um 11 Prozent auf 565.000 Autos legte der Absatz im dritten Quartal zu, damit erzielte die Mercedes Car Group 23,2 Milliarden Euro Umsatz (plus 12 Prozent).

          Die E-Klasse fährt den Gewinn ein

          Dass der Gewinn deutlich überproportional gestiegen ist, liegt vor allem daran, dass Mercedes in letzter Zeit einige Geländewagen-Modelle neu auf den Markt gebracht hat, die sehr gute Renditen abwerfen, und vor allem trägt die runderneuerte E-Klasse viel zum Gewinn bei. Diese Modellreihe ist traditionell stark nachgefragt und bringt auch hohe Renditen, weil sie oft mit vielen Ausstattungsextras verkauft wird. Vor allem mit Fahrerassistenz-Systemen, die schon eine Ahnung geben, wie das autonome Fahren eines Tages sein wird, hat die E-Klasse von sich reden gemacht.

          So positiv sich die Autosparte darstellt, so deutlich sind die Probleme in der Truck-Sparte. Zwar wurde auch mit Lastwagen im dritten Quartal noch ein Ergebnis von knapp einer halben Milliarde Euro erzielt, aber das sind 41 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das liegt vor allem daran, dass die Nachfrage in vielen wichtigen Märkten zurückgegangen ist. So hat Daimler in Nordamerika nur noch 31.000 Lastwagen verkauft, während es vor Jahresfrist noch 52.200 waren. Auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in der Türkei ist der Absatz zurückgegangen.

          Die Schwäche in Nordamerika ist für Daimler auch einen wesentlicher Grund, die Absatz- und Umsatzprognosen etwas zurückzunehmen. Das Ergebnis soll aber leicht über dem Vorjahresniveau liegen.

          DAIMLER

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          Die Investitionsoffensive werde Daimler verstärkt fortsetzen, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Es komme jetzt darauf an, den verschiedenen Vorhaben die passenden Budgets zuzuweisen. Sowohl in die Digitalisierung der Mobilität wie auch in die Elektrifizierung der Fahrzeuge müssten große Summen investiert werden: „Wir müssen sehen, dass wir uns das leisten können“, sagte Uebber, betonte aber zugleich: „Wir sind finanziell immer sehr diszipliniert unterwegs.“

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