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An fast alle Parteien : Daimler spendet 320.000 Euro

  • -Aktualisiert am

Auch in diesem Jahr unterstützt Daimler die Politik mit einer Spende. Bild: Reuters

Alle Jahre wieder spendet der Stuttgarter Autobauer Daimler an die deutsche Politik. In diesem Jahr sind zwei Parteien allerdings leer ausgegangen.

          Die politischen Parteien dürfen sich freuen: Der Geldregen aus dem Hause Daimler kommt ziemlich pünktlich jedes Frühjahr. Spenden über insgesamt 320.000 Euro hat der Vorstand der Daimler AG nun abermals beschlossen, wie aus einer Mitteilung des Stuttgarter Konzerns hervorgeht. Jeweils 100.000 Euro erhalten die CDU und die SPD, jeweils 40.000 Euro bekommen die CSU, die FDP und die Grünen.

          Daimler lege großen Wert darauf, die Zuwendungen an Parteien unabhängig von aktuellen politischen sowie wirtschaftlichen Ereignissen zu gewähren, heißt es in Stuttgart. Es gehe darum, die politische Arbeit der Parteien zu unterstützen, wie es das Grundgesetz vorsehe.

          Ohne Zuwendung bleibt die AfD. Darauf angesprochen, verweist ein Sprecher darauf, dass Daimler dafür einstehe, Demokratie zu stabilisieren und zu fördern: „Basis dafür ist aus unserer Sicht eine freiheitliche, demokratische, marktwirtschaftliche und europafreundliche Überzeugung der einzelnen Parteien.“ Auch die Linke geht leer aus.

          Aus Sicht eines Konzerns, der 2017 fast 11 Milliarden Euro Gewinn realisierte, sind 320.000 Euro eine geringe Summe. Trotzdem steht Daimler an der Spitze der Parteispender. Auf der Liste des Bundestags, auf der alle Spenden über 50.000 Euro aufgeführt werden müssen, gibt es kein weiteres Unternehmen, das so viel und an mehrere Parteien spendet.

          Die mit Abstand größten Spender sind die süddeutschen Metall-Arbeitgeberverbände. Allein der bayerische Verband hat im Dezember fast eine Million Euro gespendet, davon 650.000 Euro an die CSU. In diesem Jahr sind auf der Liste bisher erst zwei Spenden über insgesamt rund 234.000 Euro aus Dänemark an die Südschleswigsche Wählervereinigung (SSW) und 100.000 Euro eines Bauunternehmers an die SPD aufgeführt.

          Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde die Linke nicht erwähnt. Die Partei hat, wie auch die AfD, keine Spendengelder von Daimler erhalten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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