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Daimler-Sparprogramm : Mitarbeiter bekommen weniger Geld

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Herbe Botschaft für die Daimler-Beschäftigten: Sie sollen weniger arbeiten - für weniger Geld Bild: ddp

Es sind herbe Einbußen: Ab Mai sollen 60.000 Daimler-Beschäftigte 8,75 Prozent weniger arbeiten - und zwar ohne Lohnausgleich. Kurzarbeitergeld wird gestutzt, die geplante Tariferhöhung verschoben. Denn wegen des überraschend hohen Verlustes, den der Autobauer heute verkündete, wird nun rigide gespart.

          Der Autobauer Daimler verlangt mehreren zehntausend Mitarbeitern in Deutschland wegen der dramatischen Absatzkrise von Mai an herbe Lohneinbußen ab. Auch Vorstände und leitende Führungskräfte wollen auf Teile ihres Gehalts verzichten. Für etwa 60.000 Beschäftigte aus Bereichen wie Verwaltung, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung werde die Arbeitszeit um 8,75 Prozent ohne Lohnausgleich verkürzt, teilten der neue Personalvorstand Wilfried Porth und Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm am Dienstag in Stuttgart mit.

          Für die 60.000 Beschäftigten, die in den deutschen Werken im Mai in Kurzarbeit sein werden, wird der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld gestutzt. Außerdem wird die ursprünglich für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung auf Oktober verschoben. Mit dem Bündel von Maßnahmen will Daimler 2009 zwei Milliarden Euro Personalkosten sparen.

          „Schmerzhafte Einbußen“

          „Ich bin mir bewusst, dass wir vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schmerzhafte Einbußen zumuten“, sagte Porth. „In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Situation gibt es keine Alternative zu diesem Maßnahmenpaket.“ Klemm betonte: „Die Menschen haben echt jeden Monat weniger Geld und haben Probleme, ihre Familien durchzubringen.“ Dennoch führe an den Maßnahmen kein Weg vorbei. „Wenn sich die Auftragslage verbessert, werden wir wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren.“

          Tief in die roten Zahlen gefahren

          Auch Vorstand und leitende Führungskräfte sind von dem Sparpaket betroffen. Sie werden von Mai an Abstriche beim Grundgehalt machen. Beim Vorstand entspreche dies dem Verzicht auf zwei Monatsgehälter, bei den leitenden Führungskräften einem Monatsgehalt, sagte Porth. Zudem entfällt bei den Managern die übliche jährliche Erhöhung des monatlichen Einkommens in diesem Jahr. Die Erfolgsbeteiligung von 1900 Euro für 141.000 Mitarbeiter der Daimler AG für 2008 wird vorerst nicht ausbezahlt. Das Geld soll in ein Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungsmodell eingebracht werden. Die Einzelheiten dazu sollen bis Ende des Jahres geklärt werden.

          Das zwischen Konzernführung und Gesamtbetriebsrat vereinbarte Gesamtpaket gilt vom 1. Mai 2009 bis 30. Juni 2010. Im Gegenzug zu den Einbußen für die Beschäftigten wurden für rund 16.000 Mitarbeiter, für die bisher der Beschäftigungssicherungsvertrag nicht galt, betriebsbedingte Kündigungen bis 30. Juni 2010 ausgeschlossen. Für die übrigen Beschäftigten der Daimler AG in Deutschland gilt dies bis Ende 2011. In Krisenzeiten kann davon aber abgewichen werden, sofern der Betriebsrat zustimmt.

          Tief in die roten Zahlen gerutscht

          Zuvor hatte Daimler bekannt gegeben, im Auftaktquartal mit einem Verlust von 1,286 Milliarden Euro deutlich tiefer in die roten Zahlen gerutscht zu sein als von Analysten erwartet. Daimler teilte am Dienstag mit, der Umsatz sei im Zeitraum von Januar bis April wegen der weltweiten Absatzkrise im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro geschrumpft. Daher sei vor Zinsen und Steuern ein Verlust in Höhe von 1,426 Milliarden Euro angefallen.

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