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Auf Hauptversammlung : Umstrittene Daimler-Dividende soll beschlossen werden

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Ein Mitarbeiter der Daimler AG ist in der Produktion der S-Klasse tätig. Bild: Marijan Murat/dpa

In der Pandemie Kurzarbeitergeld kassieren und dann die Gewinnausschüttung an Aktionäre kräftig erhöhen – das sorgt für Kritik. Der Daimler-Konzern rechtfertigt das mit langjährigen Einzahlungen ins Sozialsystem.

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          Ungeachtet großer Kritik will der Autobauer Daimler an diesem Mittwoch die umstrittene Erhöhung der Dividende für das Jahr 2020 beschließen lassen. Der Vorschlag des Vorstands um Konzernchef Ola Källenius für die digitale Hauptversammlung ab 10 Uhr in Stuttgart sieht die Ausschüttung von 1,35 Euro pro Aktie vor – die Hälfte mehr als im Vorjahr. Der Antrag dürfte angesichts der Mehrheitsverhältnisse unter den Anteilseignern durchgehen, auch wenn vor allem Nichtregierungsorganisationen vor der Veranstaltung lautstark ihren Unmut kundgetan hatten.

          Kritik entzündet sich vor allem daran, dass Daimler im Vorjahr durch Kurzarbeitergeld konzernweit rund 700 Millionen Euro sparte und nun dennoch die Ausschüttungen erhöht. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre befand, durch dieses Vorgehen mitten in der Pandemie zeige sich Daimler „ignorant für die gesamtgesellschaftliche Stimmung“.

          Steuergelder als Gewinn ausgeschüttet

          Die Interessenvertretung Bürgerbewegung Finanzwende bezeichnete das Vorgehen als „moralisch verwerflich“. Im Ergebnis würden so Steuergelder, die Beschäftigung sichern und Pleiten verhindern sollten, als Gewinnausschüttungen an Aktionäre weitergeleitet. Mehrere Organisationen kündigten für Mittwochvormittag Protestkundgebungen an – sowohl in Stuttgart als auch in Berlin.

          Bei der Hauptversammlung selbst wird die zu erwartende Kritik an der Dividendenerhöhung die Vorstände nur in schriftlicher Form oder via aufgezeichneten Videos erreichen. Wegen der Corona-Beschränkungen sind keine Live-Redebeiträge von Aktionären zugelassen.

          Gegenargument vom Konzernchef

          Källenius hatte zuletzt darauf verwiesen, dass man für die Leistungen aus der Arbeitslosenkasse auch viele Jahre lang viel Geld in die Sozialversicherung eingezahlt habe. Daimler hatte im Corona-Jahr 2020 vor allem dank einer Erholung im zweiten Halbjahr überraschend starke Gewinnkennzahlen präsentiert.

          Für den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff wird es am Mittwoch die letzte Hauptversammlung im Amt sein. Er soll vom ehemaligen Volkswagen- und BMW-Chef Bernd Pischetsrieder ersetzt werden. Geplant ist, dass Pischetsrieder direkt nach der Hauptversammlung in einer konstituierenden Aufsichtsratssitzung zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt wird.

          Über die anvisierte Abspaltung der Truck-Sparte aus dem Daimler-Konzern fällt noch keine Entscheidung. Hierzu soll im dritten Quartal eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden.

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