https://www.faz.net/-gqe-7zg4e

Gute Zahlen für 2014 : Daimler feiert Rekordjahr

  • Aktualisiert am

Und glänzt und strahlt und glitzert... der Daimler-Konzern steht derzeit gut da. Bild: AP

Daimler belohnt nach einem guten Jahr 2014 die Mitarbeiter mit einem Rekord-Bonus und die Aktionäre mit einer Rekord-Dividende. Das Unternehmen nimmt sich aber für 2015 noch viel mehr vor. Neue Modelle und ein strikter Sparkurs sind die Mittel dazu.

          2 Min.

          Zwei Zahlen aus der Bilanzpressekonferenz des Fahrzeugkonzerns Daimler dürften heute für besonderes Interesse sorgen: die Mitarbeiter bekommen mehr Bonus denn je, die Aktionäre dürfen sich auf eine Rekordausschüttung von 2,45 Euro je Aktie freuen. Für die Anleger  zeigt sich der Erfolg von Daimler auch in einem deutlichen Anstieg des Aktienkurses: Seit Jahresanfang ist der Kurs von Werten unter 70 Euro auf nun mehr als 83 Euro gestiegen. Auch heute legte die Daimler-Aktie nach Veröffentlichung der Ergebnisse in einem sehr schwachen Markt kräftig zu.

          Für jeden Tarifmitarbeiter gibt es 4350 Euro extra

          Jeder der 135.000 Tarifbeschäftigten von Daimler bekommt für das vergangene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von je 4350 Euro, nachdem es im ebenfalls starken Vorjahr gut 3000 Euro gab.  Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth sagte, die Beschäftigten hätten maßgeblich dazu beigetragen, 2014 zum besten Jahr der Konzerngeschichte zu machen. Mit der Prämienhöhe ist Daimler allerdings noch nicht an der Spitze der Autoindustrie: Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche zahlte im vergangenen Jahr 8200 Euro an jeden Mitarbeiter.

          Nach den guten Ergebnissen im vergangenen Jahr setzt sich Daimler hohe Ziele für 2015. Absatz, Umsatz und Ergebnis im Kerngeschäft sollen „deutlich“ gesteigert werden. Bei der Ertragskraft wolle Daimler „ein Niveau erreichen, das es in diesem Unternehmen bisher nicht gab“, kündigte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart an. Mercedes soll die Erzrivalen BMW und Audi bis zum Jahr 2020 überholt haben und unter den Premium-Automarken die Nummer 1 werden.

          Effizienzprogramm wird ausgebaut für mehr Wettbewerbsfähigkeit

          Um die Profitabilität zu erhöhen, will Daimler ein bereits laufendes
          milliardenschweres Effizienzprogramm ausbauen. Geplant seien „strukturelle Veränderungen“, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sagte Zetsche. Details gab er nicht preis: „Wir wollen ganz bewusst diese (strukturellen Veränderungen) jetzt nicht mit demonstrativ eindrucksvollen Zahlenwerten garnieren.“  Ursprünglich wollte Daimler bis Ende 2014 insgesamt rund 4 Milliarden Euro sparen. 2015 soll die Summe dann voll in der Bilanz zu Buche schlagen.

          Zuletzt hatte Daimler in der Autosparte eine Umsatzrendite - die das Verhältnis aus dem operativen Gewinn und den Erlösen beschreibt - von 8 Prozent erreicht. Die Konkurrenz aus Bayern kam jedoch zuletzt bereits auf Werte um 10 Prozent.

          Im vergangenen Jahr war Daimlers Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) mit 10,8 Milliarden Euro nahezu konstant geblieben. Rechnet man Zu- und Verkäufe von Beteiligungen heraus, legte es um 27 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr soll das Ergebnis um mindestens 10 Prozent steigen.

          Der Umsatz verbesserte sich im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro.  Einen Schub erwartet Daimler zudem von zahlreichen neuen Modellen. „Wir feuern weiter aus allen Rohren“, kündigte Zetsche an. Bis Ende des Jahres bringt Daimler acht neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt. Nahezu das gesamte Angebot an Geländewagen soll 2015 erneuert werden.

          In China entscheidet sich das Rennen der Premium-Anbieter

          Ein wichtiger Schlüsselmarkt für die Stuttgarter ist China. „Dort entscheidet sich, wer im Premiumbereich das Rennen macht“, sagte Zetsche. „Und Mercedes-Benz hat in China noch viel Luft nach oben.“ Um voranzukommen, werde Daimler die lokale Produktion „massiv“ ausbauen. „Zwei Drittel der verkauften Autos werden in den nächsten Jahren auch in China gefertigt.“

          Weitere Themen

          Bahn ohne Plan

          FAZ Plus Artikel: F.A.Z. exklusiv : Bahn ohne Plan

          Eigentlich müsste es rund laufen bei der Deutschen Bahn, doch intern fliegen die Fetzen. In einem 15 Seiten langen Brief an Verkehrsminister Scheuer legt Konzernchef Lutz Rechenschaft ab.

          Topmeldungen

          Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußert sich nach einem Treffen mit dem Außenminister der Ukraine Pristaiko.

          Macrons „Hirntod“ der Nato : Maas macht mobil

          Der deutsche Außenminister versucht Emmanuel Macron den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bei der Nato ist der Ärger über den französischen Präsidenten groß.

          Impeachment-Anhörungen : Trumps Schattendiplomat

          Gordon Sondland muss sich auf ein regelrechtes Verhör gefasst machen. Von dem amerikanischen Botschafter bei der EU erhoffen sich die Demokraten Aussagen, mit denen sie Donald Trump der Erpressung und Bestechung überführen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.