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Daimler : Sprinter müssen in die Werkstatt, R-Klasse vor dem Aus

  • Aktualisiert am

R-Klasse-Modelle warten auf ihre Auslieferung in Alabama. Bild: Picture-Alliance

Die Mercedes R-Klasse bekommt kein Nachfolgemodell, Daimler ist mit dem Verkauf nicht zufrieden. Der Konzern holt Sprinter-Fahrzeuge zu einer Software-Aktualisierung in die Werkstatt. Es geht ausgerechnet um Abgas-Software.

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          Der Autohersteller Daimler wird die R-Klasse auslaufen lassen. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf Konzernchef Dieter Zetschte. Der siebensitzige SUV erhält demnach kein Nachfolgemodell.

          „Die R-Klasse hat nicht die Stückzahlen erreicht, die wir uns vorgestellt haben“, räumte Zetsche ein. Einzig in China sei das Modell beliebt, sagte der Daimler-Chef: „Das reicht nicht als Argument für ein Nachfolgmodell.“ Den Flop könne der Konzern aber verschmerzen. „Wenn von den 30 Fahrzeugen, die wir heute im Programm haben, nur eines nicht unsere Erwartungen nicht erfüllt, ist das eine gute Quote“, betonte Zetsche in der Sonntagszeitung.

          Gleichzeitig wehrt sich Zetsche gegen den Verdacht, der Autohersteller betrüge bei den Verbrauchsangabe seiner Fahrzeuge. „Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen“, sagte Dieter Zetsche der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Ein Defeat Device, sprich eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz.“

          Sprinter müssen in die Werkstatt

          Daimler hat 11.000 Mercedes-Sprinter in Deutschland für eine Software-Aktualisierung in die Werkstatt gerufen. Bei diesen Fahrzeugen können die Prüfgeräte etwa von TÜV und Dekra für die Hauptuntersuchung nicht mit den Systemen der Fahrzeuge kommunizieren, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Er bestätigte einen Bericht der „Welt am Sonntag“. Bei 6000 Fahrzeugen sei die Software für die Datenübertragung bereits aktualisiert. Diese habe nichts mit einer Manipulation von Software oder von Abgaswerten zu tun, betonte der Sprecher.

          Daimler hatte die Fahrzeughalter im Juni per Brief aufgerufen, in eine Werkstatt zu fahren. Das Unternehmen räumte ein, das Schreiben unglücklich formuliert zu haben. Darin heiße es, „man müsse bei den Fahrzeugen „die abgasrelevanten Steuergräte mit einer optimierten Software versehen“, schreibt die „Welt am Sonntag“. Die Formulierung sei angesichts des Abgas-Skandals bei Volkswagen „höchst irreführend“, sagte Mercedes-Transporter-Chef Volker Mornhinweg dem Blatt. Kunden könnten den Inhalt falsch verstehen.

          Es handelt sich laut Daimler um Mercedes-Sprinter, die 2013 ausgeliefert wurden und nun nach und nach zur Hauptuntersuchung müssen.

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