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„Mit Gewinn nicht zufrieden“ : Daimler kürzt die Dividende

Ola Källenius auf der IAA 2019 in Frankfurt Bild: dpa

Der Daimler-Konzern hat bekanntlich hohe Ansprüche. Das Jahr 2019 schließen die Stuttgarter aber nicht wie ein Star der Branche ab. Das bekommen auch die Mitarbeiter zu spüren.

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          Ola Källenius, der seit neun Monaten Daimler-Chef ist, präsentiert zum ersten Mal die Jahresbilanz des Traditionskonzerns und findet klare Worte: „Wir können mit dem Gewinn nicht zufrieden sein.“ Unzufrieden werden auch die Aktionäre sein – denn das auf die Aktionäre entfallende Konzernergebnis sackte von 7,2 auf 2,4 Milliarden Euro und nun macht Daimler einen harten Schnitt bei der Dividende, nachdem der Konzern jahrelang zu den besten Dividendenzahlern in Deutschland zählte. Nach zuletzt 3,25 Euro wird es dieses Jahr nur noch 90 Cent je Aktie geben. Analysten hatten im Vorfeld der heutigen Bilanzpressekonferenz zumeist noch eine Dividende von mehr als einem Euro erwartet.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Den Investoren, die in den vergangenen Monaten immer deutlicher ihre Skepsis gezeigt haben, stellt Källenius Besserung in Aussicht: „Wir sind entschlossen, unsere technologische Führungsposition auszuspielen und gleichzeitig unsere Profitabilität zu verbessern.“

          Weniger Prämie für Beschäftigte

          Das vergangene Jahr schließt Daimler allerdings nicht wie ein Star der Autobranche ab, denn der Konzern hat nicht nur extrem hohe Investitionen in Technologien zu schultern, sondern auch die Bewältigung von Altlasten, insbesondere aus dem Dieselskandal. Von früheren Renditezielen hat sich der Konzern damit weit entfernt. Bei einem Umsatz von 172,7 Milliarden Euro (plus 3 Prozent) ging das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 11,1 auf 4,3 Milliarden Euro zurück. Der Free Cash Flow liegt mit 1,4 Milliarden Euro nicht einmal mehr auf der Hälfte des Vorjahreswerts von 2,9 Milliarden Euro, die Netto-Liquidität erreichte noch 11 Milliarden Euro, nach 16,3 Milliarden Euro.

          DAIMLER

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          „Zur Stärkung unserer Finanzkraft als Grundlage für unsere Zukunftsstrategie werden wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, stellt Daimler-Vorstandschef Ola Källenius in Aussicht. Während am Tag vor der Bilanzpressekonferenz das „Handelsblatt“ von einer Verschärfung des Sparprogramms und einer Erhöhung des Personalabbaus berichtet wurde, ist davon tatsächlich nicht die Rede. Bekräftigt wird, was bisher schon bekannt war: dass die Personalkosten bis Ende 2022 um 1,4 Milliarden Euro reduziert werden sollen: „Ziel ist ein weltweiter sozialverträglicher Abbau von Arbeitsplätzen inklusive der Reduzierung von Führungspositionen.“ Daimler beschäftigte am Jahresende nahezu unverändert 298.600 Mitarbeiter.

          Alle 130.000 Tarif-Beschäftigten der Daimler AG in Deutschland erhalten für das vergangene Jahr eine Ergebnisbeteiligung von 597 Euro sowie eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im vergangenen Jahr gab es noch 4965 Euro Bonus. Die Höhe der Zahlung wird auf der Grundlage einer vor Jahren entwickelten Formel in Abhängigkeit der Umsatzrendite errechnet.

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