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Daimler-Chrysler : Schrempp bleibt Chef

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Kein Rücktritt, kein Rauswurf: Jürgen Schrempp Bild: dpa

Jürgen Schrempp ist Sieger im Machtkampf bei Daimler-Chrysler. Er wird den Konzern weiterhin führen. Im Vorstand kommt es allerdings zu einer spektakulären Veränderung. Wolfgang Bernhard wird nicht die Führung von Mercedes-Benz übernehmen.

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          Jürgen Schrempp bleibt Vorstandschef des Autokonzerns Daimler-Chrysler. Der Aufsichtsrat sicherte ihm am Donnerstag in New York die volle Unterstützung zu.

          „Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung hielt es der Aufsichtsrat für geboten, in seiner heutigen Sitzung erneut deutlich zu machen, daß er die strategische Ausrichtung des Unternehmens in vollem Umfang mitträgt. Gleichzeitig hat er seine volle Unterstützung für den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp und dessen Kollegen im Vorstand bekräftigt", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

          Schrempps Strategie unterstützt

          Das Aufsichtsgremium trage die strategische Ausrichtung des Autobauers in vollem Umfang. Zuvor hatten Gerüchte die Runde gemacht Schrempp werde möglicherweise zurücktreten. Vergangene Woche hatte Daimler-Chrysler seinem angeschlagenen Partner Mitsubishi Motors überraschend den Geldhahn zugedreht. Dies war von Beobachtern als ein Scheitern von Schrempps Strategie der Welt AG interpretiert worden.

          Doch nicht Mercedes-Vorstand: Der Aufsichtsrat revidiert seine Entscheidung für Wolfgang Bernhard

          Völlig überraschend kündigte der Aufsichtsrat weiter an, daß Wolfgang Bernhard nicht die Nachfolge von Jürgen Hubbert als Chef der Mercedes Car Group antrete. Hubbert bleibe bis auf weiteres Mercedes-Chef. Bernhard bleibe allerdings Vorstandsmitglied. Die Nichtberufung von Bernhard, der offiziell am Samstag die Verantwortung für die Ertragsperle Mercedes übernehmen sollte, begründete Hubbert mit erheblichen Differenzen über die strategische Ausrichtung. „In den letzten Monaten hat es sehr gravierende Auffassungsunterschiede über die Zukunft der Mercedes Car Group gegeben“, sagte Hubbert.

          Aus Unternehmenskreisen verlautet, Bernhard sei schon kurz nach seiner Nominierung zum Mercedes-Chef in Verhandlungen mit dem Betriebsrat und mit Zulieferern derart fordernd aufgetreten, daß eine weitere Zusammenarbeit als unmöglich betrachtet wird. Ob dies der wahre Grund ist, oder ob sich Bernhard mit Schrempp überworfen hat, war zunächst nicht zu klären. Jedenfalls soll Bernhard zunächst im Vorstand verbleiben - wie es heißt als "Vorstand zur besonderen Verwendung". Dies läßt alle Deutungen offen, bis zu der, daß der bisher als Nachwuchsstar geltende Manager demnächst ausscheiden wird.

          Zuvor hatte Daimler-Chrysler mit seinem Quartalsergebnis die Analysten positiv überrascht:

          Am Markt halten selbst Spekulationen auf einen baldigen Rücktritt von Schrempp an. Nach Aussage eines Händlers sei es bezeichnend, daß Finanzvorstand Manfred Gentz an Stelle von Schrempp an die Öffentlichkeit trete. Ein Rücktritt von Schrempp sei das beste, was Daimler-Chrysler passieren könnte, sagt der Händler, da mit einem Managementwechsel wahrscheinlich auch die Trennung von Chrysler vollzogen würde.

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