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„Free at last“ : BMW verulkt Zetsche mit Abschiedsvideo

  • Aktualisiert am

Der falsche Zetsche im, glaubt man BMW, richtigen Auto. Bild: BMW

Nach dreizehn Jahren tritt Dieter Zetsche als Daimler-Vorstandschef ab. Da gratuliert selbst der Konkurrent BMW – und hat einen Vorschlag, wie Zetsche seine neue Freiheit voll auskosten kann. Daimler kontert prompt.

          Dieter Zetsche tritt ab. Der Daimler-Chef, der das Unternehmen geprägt hat wie kaum ein Chef vor ihm, geht in Rente. Da lässt sich auch der schärfste Konkurrent BMW nicht lumpen – und sagt Servus mit einem Video. Im Titel des Spots, der am Mittwoch auf Youtube veröffentlicht wurde, empfiehlt der Münchner Autohersteller ihm, im Ruhestand „die weite, offene Zukunft“ zu entdecken. Ob der dem Vorschlag des Konkurrenten zur Gestaltung seines Ruhestands so zustimmen würde, ist aber zweifelhaft.

          In dem Video verabschiedet sich ein älterer Herr mit ergrautem Haar und imposantem Schnauzer – der Schauspieler ähnelt Zetsche wirklich sehr – von den Mitarbeitern in der Unternehmenszentrale. Dann fährt ihn ein Chauffeur – natürlich im Mercedes – nach Hause.

          Daimler kontert

          Der falsche Zetsche schüttelt ein letztes Mal seinem Fahrer die Hand, blickt ihm nach, als er davonfährt – und steigt dann in einen Sportwagen der Konkurrenz, einen BMW i8 Roadster. „Free at last“ („Endlich frei“) schreibt BMW dazu und bedankt sich bei Zetsche für „so viele Jahre inspirierenden Wettbewerb“, während der Doppelgänger vom Hof fährt, dem Ruhestand entgegen.

          Daimler reagiert auf das Video auf Twitter mit einem kurzen GIF aus einem Western, in dem zwei Männer in den Sonnenuntergang reiten. Dazu schreibt das Unternehmen: „Wir glauben, unser Chef würde sich eher auf echte Pferdestärken verlassen für seinen Ritt in den Ruhestand.“

          Für BMW war Zetsche tatsächlich ein harter Konkurrent. Als Zetsche Daimler Anfang 2006 übernahm, war das Unternehmen die Nummer zwei der deutschen Premiumhersteller. Der Absatz von Mercedes-Benz lag bis ins Jahr 2014 immer hinter BMW, zwischendurch sogar auch hinter Audi. Inzwischen hat Mercedes die beiden Konkurrenten deutlich überholt und setzt mit 2,25 Millionen Autos etwa 100.000 Autos mehr ab als BMW und fast eine halbe Million mehr als Audi. In den letzten Monaten der Zetsche-Amtszeit schlossen die Unternehmen aber einige Kooperationen.

          Zetsche übergibt den Chefposten bei Daimler am Mittwoch mit dem Ende der Hauptversammlung des Konzerns nach mehr als 13 Jahren an seinen Nachfolger Ola Källenius.

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