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Daimler-Chef Zetsche im Interview : „Wir planen für 2010 einen Elektro-Mercedes“

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„Spaß am Auto zu haben ist politisch absolut korrekt” Bild: Rainer Wohlfahrt - F.A.Z.

In der grünen Offensive von Daimler will Vorstandschef Dieter Zetsche den Faktor Fahrspaß nicht vernachlässigen. Dennoch sollen die Fahrzeuge mit dem Stern umweltbewusster werden - und einige schon vom Jahr 2010 an nur mit Strom fahren.

          In der grünen Offensive von Daimler will der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche den Faktor Fahrspaß nicht vernachlässigen. Dennoch sollen die Fahrzeuge mit dem Stern umweltbewusster werden - und einige schon vom Jahr 2010 an nur mit Strom fahren.

          Herr Zetsche, politisch korrekt ist es heutzutage, wenn man beim Autofahren nicht den Spaß betont, sondern sein grünes Gewissen. Warum führt Daimler diese Bewegung nicht an?

          Das sehe ich anders! Spaß am Auto zu haben halte ich für politisch absolut korrekt. Das entspricht auch der Gemütslage unserer Kunden. Und außerdem ist Daimler in der Umwelttechnologie ganz eindeutig mit an der Spitze. Das wird auch nicht dadurch in Frage gestellt, dass ein einzelner Wettbewerber beim Hybrid schneller war.

          Nicht nur Toyota war beim Hybrid schneller, auch Ihrem Erzrivalen BMW fahren Sie in Sachen Umweltschutz hinterher.

          Richtig ist, dass wir manche Zukunftstechnologien weniger breit über unsere Modellreihen ausgerollt haben. Mit den entscheidenden Entwicklungen brauchen wir uns aber hinter niemandem zu verstecken: Mit unser BlueTec-Dieseltechnologie, der saubersten weltweit, stehen wir ganz vorne, beim Hybrid haben wir eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Chrysler, BMW und GM, und die Brennstoffzelle bringen wir 2010 in Kleinserie auf den Markt. Hier sind wir auch bei den Kosten gut vorangekommen.

          Die Brennstoffzelle hilft Ihnen aber kurzfristig nicht, die Klimaziele der EU zu erreichen.

          Im Jahr 2012, wenn wir die Ziele der EU-Kommission zur CO2-Reduktion erreicht haben müssen, werden wir bestimmt nicht hinter einem der vergleichbaren Wettbewerber zurückstehen. Das ist eine Frage von ein, zwei Jahren, bis wir überall ganz vorne mit dabei sind. Wir sind der Einzige, der schon heute ein Batteriefahrzeug im Einsatz hat, und der Erste, der die Lithium-Ionen-Batterie im nächsten Jahr in Serie einführen wird. Und was die Hybride angeht, werden wir ab dem nächsten Jahr sehr breit aufgestellt sein. Übrigens versäumt der Bundesumweltminister keine Gelegenheit, mir seine Begeisterung über seine Mercedes-Benz-S-Klasse mit Hybridantrieb zu vermitteln.

          Und wann fährt der erste Mercedes nur mit Strom?

          In London fahren heute schon 100 Elektro-Smarts. Das sind noch Autos der ersten Smart-Generation. Wir sind aber dabei, die neuen Smart-Modelle mit Elektroantrieb und mit Lithium-Ionen-Akkus verfügbar zu machen. Und seien Sie versichert, wir werden das nicht auf Smart begrenzen.

          General Motors will den Chevrolet Volt schon 2010 für rund 30.000 Dollar auf den Markt bringen. Was wird ein Steckdosen-Smart kosten?

          Wir planen für das Jahr 2010 einen Elektro-Smart und für dasselbe Jahr auch ein Mercedes-Modell. Über den Preis ist noch nicht endgültig entschieden. Das hängt davon ab, ob wir die Autos mit den Batterien verkaufen oder ob die Batterien geleast werden. Die Bereitschaft, mehr zu zahlen, ist begrenzt. In London liegt der Nutzen darin, dass die Kunden die City-Maut umgehen. Mit weiteren Städten sind wir im Gespräch. Da diskutieren wir über völlig neue Mobilitätskonzepte.

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