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Neues Schreiben : Daimler-Betriebsrat distanziert sich von rechten Kollegen

  • Aktualisiert am

Das Werk von Daimler in Untertürkheim Bild: dpa

Vier Mitglieder des Daimler-Betriebsrates sollen enge Kontakte zur rechtsextremen Szene pflegen. Die anderen 41 distanzieren sich jetzt „von allem rechtsradikalen und neonazistischen Gedankengut“.

          Der Betriebsrat des Daimler-Werks in Untertürkheim hat sich in einer ausführlichen Erklärung von rechten Kollegen im Gremium distanziert. Die andauernde negative Berichterstattung über die rechte Gruppierung „Zentrum Automobil“ schade dem Ruf der Belegschaft, heißt es in dem Schreiben von Mittwoch. „Das Werk Untertürkheim erscheint in den Medien mittlerweile als ein Sammelbecken für Neonazis und Zentrum rechtsextremer Umtriebe.“

          Die vier Betriebsrats-Mitglieder von „Zentrum Automobil“ waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Medienberichten, wonach sie enge Kontakte zur rechtsextremen Szene haben sollen. In den Berichten war von Auftritten bei Kundgebungen der AfD und Pegida die Rede, von früheren Mitgliedschaften in der verbotenen Neonazi-Organisation „Wiking-Jugend“ und der Skinhead-Truppe „Kreuzritter für Deutschland“. Auch mit der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) werden drei der vier Betriebsräte in Verbindung gebracht – zwei hatten sogar vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart aussagen müssen.

          Loswerden können die restlichen 41 Betriebsräte des Werks die Kollegen nicht. Aber sie distanzieren sich „von allem rechtsradikalen und neonazistischen Gedankengut“. Im Werk arbeiteten Menschen aus mehr als 50 Nationen, der Betriebsrat diene den Belangen und Interessen der Belegschaft und dürfe nicht für fremde politische Zwecke missbraucht werden.

          Diskutiert hatte der Betriebsrat das Thema am Dienstag - die Gruppe „Zentrum Automobil“ habe jedoch nicht Stellung bezogen, sondern sei einschließlich der Stellvertreter ferngeblieben. Anfang März finden im Werk Untertürkheim Betriebsratswahlen statt.

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