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Daimler-Betriebsrat : „Der Druck ist enorm und steigt weiter“

Der Daimler-Stern dürfte in Zukunft etwas an Glanz verlieren. Bild: Reuters

Die Arbeitnehmervertreter von Daimler bereiten die Belegschaft auf schwierige Zeiten vor. Die wirtschaftliche Situation werde sich verschärfen, selbst wenn die Kurzarbeit wieder zurückgefahren wird.

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          Der Daimler-Betriebsrat fordert vom Vorstand einen klaren Fahrplan, wie die Krise zu überwinden ist. „Das große Bild muss auf den Tisch – es geht ums Ganze“, heißt es in dem Newsletter an die Belegschaft. Während sich die Daimler-Führung mit Aussagen zu den Folgen der Corona-Krise bisher zurückhält, bereitet der Gesamtbetriebsrat die Beschäftigten auf schwierige Zeiten bevor: „Kein Absatz, kein Umsatz. Wie stark uns der Corona-Schock wirtschaftlich trifft, werden die Bilanzen des zweiten Quartals schonungslos offenlegen“, warnen Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sowie sein Stellvertreter Ergun Lümali in dem Schreiben, das als Ersatz für die wegen der Pandemie nicht möglichen Betriebsversammlungen betrachtet wird.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Die wirtschaftliche Situation werde sich verschärfen, selbst wenn die Kurzarbeit wieder zurückgefahren werde. „Je nachdem wie sich die Nachfrage nach unseren Produkten entwickelt, ist nicht auszuschließen, dass sich die Personalmaßnahmen auch auf die Produktionsbereiche auswirken können“, heißt es in dem Schreiben: „Der Druck ist enorm und steigt weiter.“

          Vor diesem Hintergrund kursieren Spekulationen, wie hoch der Personalabbau ausfallen könnte. Neben den schon beschlossenen 10.000 Stellenstreichungen bei Daimler bis Ende nächsten Jahres plane der Vorstand bis Mitte des Jahrzehnts weitere 10.000 Arbeitsplätze abzubauen, heißt es in einem Beitrag des Fachblatts „Automobilwoche“ unter Berufung auf nicht näher genannte „Unternehmensquellen“.

          „Die Transformation gelingt nur mit einem Masterplan“

          Daimler äußert sich nicht dazu, verweist nur darauf, dass man noch nie eine konkrete Zahl von Stellenstreichungen genannt habe. Nur ganz grob hatte Personalvorstand Wilfried Porth in einer Runde mit Journalisten einmal von einer „fünfstelligen Zahl“ gesprochen. Konkrete Nachfragen hat Ola Källenius, der in Personalunion die Daimler und die Personenwagen-Sparte Mercedes führt, jeweils ausweichend beantwortet.

          Durch drei Projekte, die derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt werden, ist ein größerer Personalabbau schon absehbar. Dabei geht es um die Verlagerung von Teilen der IT mit 2000 Mitarbeitern an Fremdfirmen, um die Auslagerung von Teilen des Personal- und Finanzbereichs sowie um die Überprüfung der Holding-Struktur, die erst im vorigen Herbst umgesetzt wurde. Bei all dem, so betont der Betriebsrat in dem Newsletter an die Belegschaft, gelte die „Zukunftssicherung 2030“, die betriebsbedingte Kündigungen in den deutschen Konzerngesellschaften ausschließt. „Die für uns so wichtige Transformation gelingt nur mit den Beschäftigten zusammen, mit einem Masterplan in der Tasche.“

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