https://www.faz.net/-gqe-8wko6

Technischer Fortschritt : Selbstfahrendes Auto kommt früher

  • Aktualisiert am

Auf der A81 testet Bosch schon Prototypen für autonomes Fahren. Bild: dpa

Ein serienreifes selbstfahrendes Auto auch für den Stadtverkehr – das wollten Daimler und Bosch eigentlich bis zum Jahr 2030 realisieren. Nun kündigen sie an, dass es viel früher soweit sein soll.

          Der Autohersteller Daimler und sein Zulieferer Bosch wollen mit einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt selbstfahrende Autos viel schneller in Serie bringen als bisher gedacht. Ziel sei es, vollkommen autonom fahrende Autos für den Stadtverkehr bis zum Beginn des kommenden Jahrzehnts auf den Markt zu bringen, erklärten beide Unternehmen an diesem Dienstag.

          Bisher waren der größte Zulieferer und der größte Premium-Autohersteller der Welt, die beide schon länger an der Technologie tüfteln, von Wagen ohne Fahrer am Lenkrad erst bis zum Jahr 2030 ausgegangen. Doch nun ermöglichten es der technische Fortschritt etwa im Bereich der Sensoren und die Aussicht auf lukrative Geschäftsmöglichkeiten, schneller voranzugehen, erläuterte ein Daimler-Sprecher.

          Wettrennen der Anbieter

          Um die hohen Kosten für die Technik des autonomen Fahrens einzuspielen, sind die Autohersteller auf der Suche nach Geschäftsmöglichkeiten über Mobilitäts-Dienste. So nannte Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius kürzlich Robotertaxis als Beispiel. Bis zum Jahr 2020 werde es dazu erste Prototypen geben, bis 2025 würden damit Geschäftsmodelle realisiert.

          „Wenn die (Kosten) runtergehen, könnte es in Serie gehen“, ergänzte Källenius. Ein anderes Beispiel ist die Verbesserung des stationsunabhängigen Car-Sharing, wo Daimler mit seiner Tochtergesellschaft „car2go“ bereits Marktführer ist. Der Passagier könnte sich das Auto zum gewünschten Zeitpunkt herbeiholen, statt in der Umgebung bis zum nächsten verfügbaren Auto zu marschieren.

          Die Automobil-Unternehmen liefern sich derzeit ein Wettrennen dabei, die Technik des computergesteuerten Fahrens weiterzuentwickeln. Daimler-Konkurrent BMW hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, bis zum Jahr 2021 ein autonomes Serienmodell auf den Markt zu bringen. Wie Elmar Frickenstein, Entwicklungschef für vollautomatisiertes Fahren bei BMW, neulich erklärte, seien bis dahin Modelle geplant, die ein zeitweises Loslassen des Steuers ermöglichen - im Fachjargon „Level-3“-Autonomie genannt.

          In der vierten Stufe kann sich der Fahrer zurücklehnen und muss nicht mehr eingreifen, Robotertaxis ganz ohne Fahrer sind „Level-5“-Fahrzeuge. Der amerikanische Hersteller Tesla erklärt, viel dieser Technik bereits heute bieten zu können, insofern sie rechtlich zugelassen werde. Die Zeitpläne der Autobauer hängen nämlich auch noch von einem neuen Rechtsrahmen mit Haftungsregeln ab.

          Weitere Themen

          Pilotenheld kritisiert Boeing Video-Seite öffnen

          „Sully“ schlägt Alarm : Pilotenheld kritisiert Boeing

          Mehrere Piloten fordern den US-Flugzeugbauer Boeing auf, Piloten besser zu schulen, bevor die Flieger vom Unglückstyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten wieder fliegen dürfen. Die von Boeing angebotenen Schulungen reichten nicht aus, sagt unter anderem Chesley "Sully" Sullenberger. Er schrieb mit der geglückten Notlandung mit einem Airbus auf dem Hudson in New York 2009 Geschichte.

          Topmeldungen

          Charismatisch und skrupellos : Was will Boris Johnson?

          Er ist Held der englischen Nationalisten und Favorit für den Vorsitz der Konservativen. Einen echten Plan für den Brexit hat der begabte Scharlatan noch immer nicht.

          FAZ Plus Artikel: Eurofighter-Absturz : 50 Meter an der Katastrophe vorbei

          Ein Pilot stirbt, einer ist schwer verletzt – schlimm genug. Bei der Suche nach Wrackteilen der abgestürzten Eurofighter in Mecklenburg zeigt sich, dass es noch schlimmer hätte kommen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.