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Studiendaten : Dämpfer für Merck mit Corona-Pille

  • Aktualisiert am

Die Zentrale des amerikanischen Unternehmens Merck & Co. in New Jersey Bild: Reuters

Der Pharmakonzern Merck & Co. hat mit einem Corona-Hoffnungsträger einen Dämpfer erlebt: Neue Studiendaten sind schlechter ausgefallen als erhofft.

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          Der amerikanische Pharmakonzern Merck & Co. hat mit einem Hoffnungsträger zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einen Dämpfer erlebt: Er legte jetzt aktualisierte Studiendaten für ein Medikament zur Behandlung von Infizierten vor, die schlechter sind als die Anfang Oktober veröffentlichten Zwischenergebnisse.

          Die neuen Zahlen umfassen alle 1433 Teilnehmer an der Studie, und demnach hat das Merck-Therapeutikum Molnupiravir das Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder eines tödlichen Krankheitsverlaufs nach einer Ansteckung um 30 Prozent reduziert. Im Oktober hatte Merck & Co. Daten für etwa die Hälfte der Studienteilnehmer vorgelegt, und damals war von einer Reduzierung des Risikos um rund 50 Prozent die Rede.

          Mit den aktualisierten Daten steht das Unternehmen auch nochmals schlechter da als der Wettbewerber Pfizer, der vor wenigen Wochen mitteilte, seine Corona-Pille Paxlovid habe in Studien das Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder eines tödlichen Krankheitsverlaufs um 89 Prozent reduziert. Die Daten von Merck & Co. und Pfizer sind nicht notwendigerweise direkt vergleichbar, dennoch deuten sie nun darauf hin, dass Pfizers Pille erheblich wirksamer sein könnte.

          Die Pillen haben gegenüber den zumeist intravenös verabreichten Antikörpermedikamenten, die bisher oft an Erkrankte gegeben werden, die Vorteile, dass sie leicht zu Hause eingenommen werden können und billiger sind. Das Medikament von Merck & Co. ist in Großbritannien schon auf dem Markt, in den USA ist ein Zulassungsantrag gestellt.

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