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Neuer Corona-Impfstoff : Die Curevac-Hängepartie

Der Curevac-Impfstoff wird vermutlich erst im zweiten Quartal diesen Jahres zugelassen werden. Bild: Reuters

Ausgerechnet der Impfstoffhersteller, an dem sich Deutschland beteiligt hat, braucht noch Zeit. Eine Zulassung ist im zweiten Quartal 2021 geplant. In Brüssel kursiert nun ein interessantes Gedankenspiel.

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          Als die Nachricht im vergangenen Juni kam, waren die Erwartungen denkbar groß. „Industriepolitisch von hoher Bedeutung“ sei der Einstieg des Bundes beim Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac, schwärmte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Staatsbeteiligung sollte Deutschland mehr Unabhängigkeit in der Impfstoffproduktion verschaffen. Curevac war damals einer der größten Hoffnungsträger in der noch jungen Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus. Dass es im Frühjahr Gespräche zwischen dem Unternehmen und der amerikanischen Regierung gab, hatte die Bundesregierung nervös gemacht. Als sich dann noch der Börsengang von Curevac an der amerikanischen Nasdaq anbahnte, ging alles ganz schnell: Für 300 Millionen Euro kaufte der Bund 23 Prozent der Anteile.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Doch seitdem haben sich die Gewichte verschoben, stehen andere Unternehmen im Mittelpunkt. Allen voran der ebenfalls deutsche Impfstoffentwickler Biontech, dessen Wirkstoff seit Ende Dezember eingesetzt wird. Mit dem in dieser Woche zugelassenen Vakzin von Moderna kann sehr bald ebenfalls geimpft werden. Auch der Zulassungsantrag von Astra-Zeneca dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, in Großbritannien wird der Impfstoff schon verabreicht. Curevac dagegen steckt noch in der dritten Testphase. Das Unternehmen hofft auf eine Zulassung im zweiten Quartal dieses Jahres – und setzt darauf, dass die Expertise und Infrastruktur des neuen Kooperationspartners Bayer helfen werden, den Curevac-Impfstoffkandidaten „noch schneller für viele Menschen verfügbar zu machen“, wie es Unternehmenschef Franz-Werner Haas formuliert. Die am Donnerstag bekanntgewordene Kooperation mit Bayer gab dem Aktienkurs Auftrieb. Gleichwohl liegt er immer noch ein Viertel unter seinem Höchststand von Anfang Dezember.

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