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Curevac an die Nasdaq : Börsengang mit Impfstoff-Bonus

Das Logo des Biotech-Unternehmens Curevac vor dem Firmensitz in Tübingen. Bild: AFP

Das Tübinger Biotech-Unternehmen könnte eine Viertel Milliarde Dollar einsammeln. Ein anderer Investor gibt auch noch einmal Geld.

          2 Min.

          Den Gang an die Börse hat das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac schon länger angekündigt, jetzt wird das Vorhaben allmählich konkret. Mit dem Börsengang an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq dürfte der Impfstoff-Spezialist bis zu 245 Millionen Dollar einsammeln. Gleichzeitig mit dem Börsengang bekommt Curevac aber noch einmal Geld von dem langjährigen Großaktionär Dietmar Hopp.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Mit dieser Information geht Curevac indes nicht aktiv in die Öffentlichkeit – sie versteckt sich in der nahezu unübersichtlichen Fülle der Dokumente, die von der Börsenaufsicht SEC im Zusammenhang mit dem Curevac-Börsengang veröffentlicht werden. Dort heißt es, dass Dietmar Hopp sich bereit erklärt habe, noch einmal 100 Millionen Euro in einer Privatplatzierung zeitgleich mit dem Börsengang zu investieren, wobei er die Aktien zum Preis der ersten Börsennotiz übernimmt.    

          Die Aktien, die dann später unter dem Tickersymbol CVAC gehandelt werden, sollen laut Curevac-Mitteilung in einer voraussichtlichen Preisspanne von 14 bis 16 Dollar angeboten werden. In dem öffentlichen Zeichnungsangebot sollen 13.333.333 Stammaktien angeboten werden, heißt es bei Curevac.

          Außerdem sei geplant, den Zeichnern eine 30-Tage-Option für weitere knapp zwei Millionen Aktien zu gewähren. Wann der Börsengang genau geplant ist, bleibt noch unklar. Zwischen der offiziellen Ankündigung und der Erstnotiz liegen üblicherweise rund vier Wochen.  

          Zahl der Investoren steigt

          Curevac darf für den Börsengang mit besonderer Aufmerksamkeit rechnen, weil das Start-up aus Tübingen als eines der wichtigsten Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 gilt. Diese Aufmerksamkeit war dem Konkurrenten Biontech nicht vergönnt.

          Das Mainzer Unternehmen plante im vorigen Herbst den Gang an die Nasdaq mit Aktien in einer Preisspanne von 18 bis 20 Dollar, musste letztlich aber mit einem Platzierungspreis von 15 Dollar vorlieb nehmen. Mittlerweile hat Biontech schon Kurse über 100 Dollar erreicht und notiert aktuell bei 77 Dollar.  

          Biontech und Curevac setzen für die Corona-Impfung beide auf eine Technologieplattform auf Basis von „mRNA“ (Messenger-Ribonukleinsäure), einem Botenstoff, der es ermöglicht, mit besonders geringen Dosen eine Immunreaktion auszulösen. Mit dem Börsenerlös wolle man die Entwicklung des Impstoff-Programms bis zum Abschluss der klinischen Phase-3-Studie finanzieren und die Produktionskapazitäten erweitern, heißt es in der Mitteilung von Curevac.  

          Das angebliche Interesse von Donald Trump hatte Curevac im Frühjahr in die Schlagzeilen gebracht. Damals gab es neben SAP-Gründer Dietmar Hopp als Großaktionär noch einige weitere Investoren, darunter die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung und die privat-öffentliche Allianz Cepi für den Kampf gegen Epidemien.

          Mittlerweile hat sich auch Deutschland über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 300 Millionen Euro beteiligt. Das Staatsengagement ist Teil einer Finanzierungsrunde über insgesamt 640 Millionen Dollar (rund 560 Millionen Euro), die Curevac im Juli abgeschlossen hat. Beteiligt sind unter anderem auch das Emirat Qatar sowie der britische Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline.    

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