Steuerhinterziehung : Cum-ex-Razzia bei der SEB-Bank
Mit einem Großaufgebot haben Ermittler und Steuerfahnder ab Dienstag die Deutschlandzentrale der schwedischen Großbank SEB in Frankfurt sowie mehrere Privatwohnungen durchsucht. Über ihre Tochtergesellschaft DSK Hyp AG sollen vor Jahren Aktienkreisgeschäfte rund um den Dividendenstichtag („Cum-ex“) abgewickelt worden sein.
Der Verdacht der schweren Steuerhinterziehung steht im Raum. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln nannte keine Namen, bestätigte aber die Durchsuchungen. „Die Maßnahme dient insbesondere der Auffindung relevanter Kommunikation in Form von E-Mails und sonstiger schriftlicher Korrespondenz“, betonte er.
Eine Sprecherin der SEB erklärte, man kooperiere mit den Behörden. Mit Blick auf die noch andauernde Razzia wollte man sich nicht weiter äußern. Dass Staatsanwälte im Umfeld der Bank wegen Cum-ex-Geschäften ermitteln, hatte die SEB schon in der Vergangenheit bekannt gemacht. In den Ermittlungen werden Personen genannt, die früher bei der deutschen Tochtergesellschaft der SEB, der DSK Hyp AG, beschäftigt waren. „Soweit uns bekannt ist, hat die SEB in Deutschland keine Geschäfte angeboten oder durchgeführt, die auf die Rückerstattung nicht gezahlter Steuern abzielen. Wir distanzieren uns von dieser Art von Vereinbarungen.“
Am Mittwochabend meldete die SEB dann, dass sich die gesamte Quellensteuer im Kundengeschäft der DSK Hyp in den Jahren von 2008 bis 2015 auf rund 1,5 Milliarden Euro beläuft. Bisher fordere das Finanzamt davon rund 936 Millionen Euro zurück. „Das Verfahren wird sich voraussichtlich über mehrere Jahre hinziehen, da zu erwarten ist, dass die Angelegenheit zumindest vom Bundesfinanzhof entschieden werden muss“, hieß es dazu in einer Erklärung.

