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Prozess gegen Whistleblower : Wieder Streit um Tippgeber Eckart Seith

Eckart Seith wurde in Deutschland für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen, in der Schweiz steht er vor Gericht. Bild: dpa

Der Cum-ex-Aufklärer und bekannte Wirtschaftsanwalt muss sich einem Strafverfahren in der Schweiz abermals stellen. Eine Beschwerde der Ankläger vor dem Schweizer Bundesgericht in Lausanne hat Erfolg.

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          Im Januar 2022, während seines Skiurlaubs in den Schweizer Alpen, fiel Eckart Seith eine schwere Last von den Schultern. Schon seit Jahren lag der Wirtschaftsanwalt aus Stuttgart und bekanntermaßen Whistleblower über die Cum-ex-Geschäfte von Schweizer Banken über Kreuz mit der eidgenössischen Strafjustiz.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Jahr 2013 hatte Seith von zwei Mitarbeitern der Basler Privatbank Sarasin interne Dokumente zu Cum-ex-Aktiengeschäften erhalten, darunter ein Gutachten der Kanzlei Freshfields. Die Bank Sarasin hatte über Luxemburger Fonds solche Deals für Investoren wie etwa den Drogerieunternehmer Erwin Müller abgewickelt. Für Seith war zumindest schon damals klar, dass die Aktienkreisgeschäfte rund um den Dividendenstichtag illegal waren.

          Wegen Wirtschaftsspionage und Vergehen gegen das Schweizer Bankgeheimnis drohte dem Anwalt, dessen brisante Hinweise an die Staatsanwaltschaft Köln in zahlreiche Ermittlungen mündeten, zunächst in der Schweiz eine Gefängnisstrafe. Doch zu Jahresbeginn hob das Obergericht Zürich ein erstinstanzliches Urteil gegen Seith sowie zwei ehemalige Banker aus dem Jahr 2019 auf.

          Seith sah mit diesem Schritt sein Vertrauen in die Zürcher Strafjustiz wiederhergestellt. Mangels Anklagevorwurf ging er zudem davon aus, dass es nicht mehr zu einer weiteren Verhandlung kommen werde. Weit gefehlt: Wie „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“ berichteten, muss sich der Cum-ex-Aufklärer dem Strafverfahren in der Schweiz abermals stellen. Auf eine Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich hin habe die strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts in Lausanne vor Wochen entschieden, dass der Beschluss des Obergerichts aufgehoben und die Angelegenheit zur Fortsetzung des Berufungsverfahrens an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Das bestätigte Seith der dpa.

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