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Cum-Ex-Anklage : Freshfields und Partner trennen sich

An einem Bürogebäude ist das Firmenschild der Kanzlei Freshfields angebracht. Bild: dpa

Seit langem laufen Ermittlungen rund um die Kanzlei Freshfields. Ein Partner hat nun die Kanzlei verlassen.

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          Die großangelegten Steuerhinterziehungen unter dem Schlagwort „Cum-Ex“ hätten nie ohne Juristen funktioniert. Es waren Fachleute für die steueroptimierte Fonds, die aus der Idee, eine einmal angefallen Kapitalertragsteuer mehrfach zurückzuverlangen, Produkte für Investoren entwickelten. Und es waren Steueranwälte wie die von Freshfields Bruckhaus Deringer, die zahlreichen Banken per Gutachten bescheinigten, dass der von ihnen beförderte Griff in die Staatskasse rechtlich zulässig sein soll. Seit langem ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt im Umfeld der britischen Top-Kanzlei. In den Jahren 2017 und 2018 durchsuchten Fahnder die Kanzleiräume von Freshfields. In den Fokus rückten insbesondere zwei Anwälte, darunter mit Ulf Johannemann einer der profiliertesten Steueranwälte der Sozietät, seit 2016 auch Leiter der globalen Praxisgruppe Steuerrecht.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein einflussreicher Kanzleimanager mit hervorragenden Kontakten in die Finanzbranche – doch davor schreckten die Ermittler nicht zurück. Auf Grundlage eines Abschlussberichtes der hessischen Steuerfahnder, über den zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, soll Johannemann bald der Prozess wegen mutmaßlicher Beihilfe zur schweren Steuerhinterziehung in mehreren Fällen gemacht werden. Die Anklage am Landgericht Frankfurt könnte noch in diesem Jahr erfolgen. Dank seiner breit gestreuten Auftragsgutachten soll es unter anderem der Maple Bank gelungen sein, den Fiskus mit dem Aktienhandel zwischen diversen Tochtergesellschaften zu täuschen. Am Ende stand ein Steuerschaden von 383 Millionen Euro. Knapp 69 Millionen Euro zahlte das Institut zurück, für mehr reichte es nicht. Die Bank musste 2016 Insolvenz anmelden. Weder Johannemann noch sein Strafverteidiger wollten sich auf Anfrage äußern. Für ihn gilt weiter die Unschuldvermutung.

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