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CSU-Politiker Fahrenschon : Steuersünder geht zu Steuerberatern

Georg Fahrenschon ist vorbestrafter Steuersünder und arbeitet bald für eine Steuerberatungsgesellschaft. Bild: dpa

CSU-Politiker Georg Fahrenschon ist vorbestrafter Steuersünder. Davor war er bayrischer Finanzminister und Präsident des Sparkassenverbandes. Jetzt geht er zu einer Steuerberatung. Eine skurrile Fortsetzung seiner Karriere.

          Die Karriere von Georg Fahrenschon (CSU), des früheren bayerischen Finanzministers und Präsidenten des Deutschen Sparkassenverbandes, setzt sich auf skurrile Art fort. Der wegen verspätet abgegebener Steuererklärungen als Verbandspräsident der Sparkassen zurückgetretene Fahrenschon, der dafür einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung akzeptiert hat, heuert ausgerechnet in einer Steuerberatungsgesellschaft an, in der WTS mit Sitz in München.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese nach eigenen Angaben fünftgrößte deutsche Steuerberatungsgesellschaft gab Fahrenschons Verpflichtung am frühen Dienstagabend bekannt. Fahrenschon solle für WTS strategische Allianzen mit wichtigen Marktteilnehmern wie anderen Beratungsgesellschaften, Private-Equity-Häusern oder Venture-Capital-Gesellschaften aufbauen. WTS ist, anders als die bekannteren EY, PWC, KPMG und Deloitte eine reine Steuerberatungs- und keine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit 850 Mitarbeitern erlöste WTS im vergangenen Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von rund 132 Millionen Euro.

          Fahrenschons Steueraffäre hatte viel Aufmerksamkeit und Kopfschütteln hervorgerufen. Für Außenstehende ist schwer erklärlich, dass der zuvor als Finanzminister für die bayerische Steuerverwaltung zuständige Fahrenschon es in seinem im Mai 2012 angetretenen neuen Amt als Sparkassenpräsident versäumt hat, für Tantiemen aus Aufsichtsratstätigkeiten rechtzeitig für die Jahre 2012 bis 2014 Steuererklärungen abzugeben.

          Lustloser Steuerberater-Spezi

          „Ich war offenbar steuerlich nicht gut beraten“, sagte Fahrenschon zerknirscht, nachdem er nach längerem juristischen Tauziehen im April 2018 schließlich einen Strafbefehl über 140 Tagessätze akzeptierte. Trotz Briefen vom Finanzamt und der Androhung von Säumniszuschlägen an seinen Steuerberater war Fahrenschon zu lange untätig geblieben.

          In München erzählte man sich, dass Fahrenschon offenbar einen Steuerberater aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis engagiert hatte. Diesen „Spezi“ soll Fahrenschon, der als Sparkassenpräsident ein Grundgehalt von rund einer Million Euro erhielt, angeblich schlecht bezahlt haben. Deshalb soll der Steuerberater die Lust verloren haben, nötige Unterlagen anzufordern.

          Fahrenschon nannte sein Verhalten einen Fehler, beharrt aber darauf – wenn auch verspätet –korrekte Steuererklärungen abgegeben und alle Versäumniszuschläge bezahlt zu haben. Da es ihm aber nicht gelang, das Strafmaß unter 90 Tagessätze zu drücken, gilt Fahrenschon als vorbestraft.

          Seine Karriere schien damit beendet. Zumindest in der Finanzwirtschaft galt der im Februar erst 51 Jahre alt werdende Fahrenschon als nicht mehr tragbar. Umso erstaunlicher ist, dass der an der Universität Augsburg ausgebildete Diplom-Ökonom nun in der Steuerberatungsbranche wieder auftaucht, der er das Ende seiner eigentlichen Karriere verdankt.

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