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Coronavirus : Mehr Konserven, weniger Lebensmittelspenden

Die Tafel in Essen, NRW Bild: EPA

Die Deutschen kaufen immer mehr haltbare Lebensmittel. Grund dafür ist das Coronavirus. Organisationen wie die Berliner Tafel leiden unter den Hamsterkäufen.

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          Die Lebensmittelspenden der Berliner Tafel sind in der vergangenen Woche deutlich zurückgegangen. Die Menge an Obst, Gemüse und Brot sei rund um die Hälfte gesunken. Das gab die Hilfsorganisation in dieser Woche auf ihrer Internetseite bekannt. Zwar würden weiterhin Lebensmittel verteilt, die herausgegebene Menge würde aber etwas kleiner ausfallen.

          Stefanie Diemand
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Wir gehen davon aus, dass das eine Folge der aktuellen Hamsterkäufe aufgrund der Corona-Situation ist“, heißt es von der Hilfsorganisation. Auch die Saabrücker Tafel beklagte im Vorfeld schon die geringere Menge an Lebensmitteln und forderten in einem Regionalmagazin zu Spenden auf. Einen allgemeinen Trend gebe es jedoch nicht, heißt es von der Dachorganisation der Tafel. Man beobachte die Situation aber genau.

          Mehr Konserven, Suppen und Nudeln

          Die deutschen Konsumenten haben in der vergangenen Woche vermehrt haltbare Lebensmittel eingekauft. So stieg der Verkaufsumsatz des deutschen Lebensmittelhandels in der vergangenen Woche um 14 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Das ergab eine Analyse des Nürnberger Forschungsinstituts GfK. Insbesondere der Verkaufsumsatz von Fertigsuppen sei stark angestiegen.

          So ermittelte das Forschungsinstitut für Suppen eine Steigerung um 112 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Fisch- und Obstkonserven gingen um 70 Prozent in die Höhe, Teigwaren um 73 Prozent und Gemüsekonserven um 80 Prozent. „Solche Ausschläge haben wir sonst nicht“, sagt Robert Kecskes von der GfK. Selbst in Zeiten von Grippewellen gebe es keine so hohen Verkaufsumsätze. „Es scheint, als würde sich der deutsche Konsument auf eine mögliche Quarantäne vorbereiten wollen.“

          Schon in der vergangenen Woche teilte der Handelsverband Berlin-Brandenburg mit, dass die Umsätze in der Region zwischen 30 und 40 Prozent gestiegen seien. „Und das, obwohl gerade erst die Fastenzeit angebrochen ist“, sagt stellvertretende Geschäftsführer Günter Päts. Normalerweise würden die Verkäufer in diesen Wochen weniger Lebensmittel einkaufen.

          Ob sich die Umsatzsteigerung fortsetzen kann, sei noch ungewiss. „Sollte das Coronavirus weiterhin mediale Beachtung finden, kann das aber gut der Fall sein“, sagt Kecskes. Für die Händler sei es derzeit schwierig, ihre Einkaufspolitik richtig zu bestimmen. Denn wenn sich die Lage wieder beruhigt, könnten vor allem frische Lebensmittel vermehrt nachgefragt werden.

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