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Corona-Pandemie : Unsolidarische Airlines

  • -Aktualisiert am

Am Boden: Die Luftfahrt ist von der Krise besonders betroffen. Bild: Wolfgang Eilmes

In den nun schlechten Zeiten haben Airlines schon entgegen jeglichem Recht begonnen, Geld einzubehalten. Die Politik darf das nicht legalisieren.

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          Fluggesellschaften haben eine neue Währung entdeckt und muten ihren Kunden einiges zu. Gegenüber Passagieren rechnen sie nicht mehr mit Barbeträgen, sondern mit Gutscheinen. Wird ein bezahlter Flug nicht durchgeführt, soll es nach ihrem Willen nichts Bares mehr zurückgeben, sondern bloß einen Zettel für einen Flug irgendwann, sofern es die Fluggesellschaft dann noch gibt.

          Das Ansinnen ist verständlich: Würden alle Passagiere, deren Flug in der Corona-Krise ausfällt, Geld zurückverlangen, wären die meisten Airlines insolvent. Das haben auch die Reisenden verstanden. Der Hilferuf der Branche nach Solidarität ihrer Kunden ist nicht grundlos.

          Dennoch tun Airlines viel dafür, dass sich die Passagiere nicht mehr solidarisch zeigen wollen – oder nur mit der geballten Faust in der Tasche. Zu guten Zeiten haben auch Kunden keine milden Gaben erhalten, sondern wurden rüde auf Geschäftsbedingungen verwiesen. In den nun schlechten Zeiten haben Airlines schon entgegen jeglichem Recht begonnen, Geld einzubehalten.

          Ihr Ruf nach einer Lockerung des Verbraucherschutzes kommt daher der Forderung gleich, dass die Politik nachträglich ihr Verhalten legalisieren möge. Solidarität in der Krise sieht anders aus.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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