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Coronavirus : 1000 Euro als Dank für die Arbeit im Supermarkt

Ein Auchan-Supermarkt am 16 März Bild: EPA

Die französische Kette Auchan überweist den Mitarbeitern eine Prämie, weil sie trotz des Coronavirus ihre Pflicht tun. Die Regierung befreit die Zuschläge von der Steuer. Weitere Unternehmen dürften folgen.

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          Zur Arbeit zu erscheinen und seinen Job zu machen für Patienten, Kunden, Mandaten und Auftraggeber aller Art – das ist in Zeiten des Coronavirus keine Selbstverständlichkeit. Die französische Supermarktkette Auchan, eine der größten des Landes, will diese Leistungen nun mit einer Sonderprämie von 1000 Euro für ihre rund 65.000 Beschäftigten im Einzelhandelsbereich honorieren. „In einer außergewöhnlichen Lage braucht man auch ein außergewöhnliches Engagement“ sagte der Präsident des entsprechenden Auchan-Geschäftsbereichs, Edgar Bonté, der Sonntagszeitung Journal du Dimanche. Die Sonderprämie kostet die Supermarktkette nach eigenen Angaben 65 Millionen Euro. „Unser Geschäftsmodell steht zur Zeit unter großer Spannung, diese Anstrengung ist erheblich, doch sie steht im Verhältnis zur Mobilisierung der Beschäftigten“, meinte Bonté.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Etliche Beschäftigte in Frankreich gehen heute mit mulmigen Gefühl zu Arbeit, zumal vielerorts Atemschutzmasken und Handschuhe fehlen. Dass gerade die Mitarbeiter auf gering bezahlten Posten ihre Arbeit tun, müsse honoriert werden, findet der Auchan-Chef. Der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte die großen Unternehmen in der vergangenen Woche zur Überweisung solcher Sonderprämien aufgerufen. Das sei einfach nur anständig, zudem fürchtet die Regierung, dass die französische Wirtschaft komplett zum Stillstand kommt. Die Prämien werden komplett von der Steuer befreit. Schon nach den Protesten der „Gelbwesten“ hatte die Regierung auf diese steuerlichen Anreize gesetzt, die von den Unternehmen auch in erheblichem Umfang in Anspruch genommen wurden. Nach Auchan dürften sich weitere Unternehmen den Initiativen anschließen.

          Vorschriften für Sonntags- und Nachtarbeit gelockert

          In Frankreich ist das Online-Geschäft der Auchan Supermärkte in den vergangenen Tagen um 40 Prozent gewachsen. Unter dem Stichwort „Drive“ hat sich bei den Kunden die Praxis eingebürgert, online zu bestellen und die Ware bei den Supermärkten abzuholen; an den Eingängen der Märkte bekommen die Kunden die Einkäufe in den Kofferraum geladen. Seit Einführung der Vorschriften zur Kontaktvermeidung weist Auchan seine Kunden an, den Kofferraum zu öffnen, dort den zuhause ausgedruckten Kassenzettel als Zahlungsbeleg hineinzulegen und sich dann wieder auf den Fahrersitz zu begeben. Danach kann das Ladepersonal kommen, um die Ware einzuladen, ohne sich dem Fahrer zu nähern.

          Unterdessen haben drei französische Arbeitgeberverbände und fünf Gewerkschaften am Freitag einen Aufruf unterzeichnet, in dem sie ihre enge Zusammenarbeit ankündigen und die Regierung aufrufen, für die Bereitstellung von Schutzmaterial wie Atemschutzmasken zu sorgen. Der Chef der gemäßigten Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, erklärte, dass der Dialog der Sozialpartner in diesen Krisenzeiten unverzichtbar sei. Auch die stärker linksorientierte Gewerkschaft CGT hat den Appell unterzeichnet. Aus ihren Rängen war in den vergangenen Tagen auch Kritik an der Rollenverteilung in manchen Unternehmen zu hören gewesen:

          Die Arbeiter hätten zur Arbeit zu erscheinen, während die leitenden Angestellten ins Home Office gingen, lautete die Klage. Die Corona-Krise wirft einige soziale Fragen in den Unternehmen auf: Ein gerade erlassenes Gesetz erlaubt den Arbeitgebern beispielsweise, den Beschäftigten während der Ausgangssperre vorzuschreiben, bis zu sechs Urlaubstage zu nehmen. Außerdem wurden die Vorschriften für Sonntags- und Nachtarbeit gelockert.

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