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Corona-Auswirkungen : Staatshilfen verhindern Insolvenzwelle in Europa

  • Aktualisiert am

Ein großes Transparent mit der Aufschrift: „Geschäftsaufgabe“ hängt an einem Einzelhandelsgeschäft in der Stuttgarter Innenstadt. Bild: dpa

Umfangreiche staatliche Eingriffe haben im Corona-Jahr 2020 nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa eine Welle von Firmenpleiten verhindert.

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          Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in 15 westeuropäischen EU-Ländern sowie Norwegen und der Schweiz rund 120.000 Unternehmensinsolvenzen registriert - ein Rückgang um 26,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Damit sei die Zahl der Firmenpleiten trotz aller Belastungen durch die Pandemie so gering gewesen wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Auch in den Staaten Mittel- und Osteuropas sank die Zahl der Firmenpleiten um 8,8 Prozent auf 44.782 Insolvenzen.

          Der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung Patrik-Ludwig Hantzsch erklärte den „paradoxen Rückgang der registrierten Insolvenzfälle“ in der Corona-Krise mit den erheblichen Finanzhilfen der Staaten und mit aufgrund der Pandemie vorgenommenen Änderungen am Insolvenzrecht.

          Grund für eine Entwarnung sind die niedrigen Insolvenzzahlen nach seiner Einschätzung aber nicht. Die Entwicklung spiegele nicht die wahre wirtschaftliche Situation vieler Branchen und Unternehmen wider. Bereits vor der Krise habe mehr als jedes fünfte Unternehmen in Westeuropa mit seinem Geschäftsmodell keine Gewinne erzielt, warnte Hantzsch. Im Zusammenhang mit dem Auslaufen der staatlichen Hilfsmaßnahmen sei deshalb mit steigenden Insolvenzzahlen zu rechnen.

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