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Folgen der Pandemie : So schadet Corona den Skiherstellern

Menschenleer sind die Skipisten in Österreich. Bild: Imago

Die Skiproduktion, eine Paradebranche in Österreich, leidet unter niedriger Nachfrage. Hoffnungen macht jetzt China.

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          Nach einer langen stabilen Phase steht die Skiindustrie wegen der Corona-Pandemie unter Druck. In Österreich stellt der Erzeuger Blizzard in Mittersill in der kommenden Woche die Produktion vorübergehend ein. Wie das Unternehmen mitteilte, ist die Nachfrage um rund 25 Prozent gefallen. Im vergangenen Jahr seien rund 400.000 Paar Ski in Mittersill produziert und ausgeliefert worden. Im ablaufenden Jahr sind es nach Angaben des Geschäftsführers Helmut Exenberger um gut 100.000 Einheiten weniger.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Die österreichische Regierung beschloss am Mittwoch, das öffentliche Leben nach den Ausgangsbeschränkungen wieder hochzufahren. Zwischen dem 7. Dezember und dem 10. Januar wird aber eine zehntägige Quarantänepflicht gelten. Dadurch soll der Skitourismus aus Deutschland und anderen Ländern vor und nach Weihnachten eingedämmt werden.

          Die letzten Exemplare werden in diesen Tagen fertiggestellt. „Jetzt geht es de facto darum, die letzten Paar Skier noch zeitgerecht auszuliefern. Wir werden dann mit Ende November den Produktionsbetrieb einstellen, danach erst einmal Urlaub konsumieren und anschließend mit zirka 20. Dezember bis Ende Februar in eine Kurzarbeitsperiode gehen, in der wir ab Mitte Januar eine Drei-Tage-Woche haben werden“, erklärte Exenberger gegenüber dem Sender ORF. Um die Produktion bei steigender Nachfrage binnen kürzester Zeit wieder hochfahren zu können, setze man auf das Kurzarbeitsmodell, ergänzt der Manager. Betroffen seien 220 Mitarbeiter.

          Im globalen Skimarkt spielt Österreich vorne mit, wiewohl die Branche inzwischen von internationalen Eigentümern dominiert wird. Jeder zweite Ski, mit dem irgendwo in der Welt gefahren wird, stammt nach Branchenangaben von einer österreichischen Marke.

          Doch Corona hat auch in dieser Branche Schaden angerichtet. Die Hersteller haben ein Fünftel weniger an den Handel ausgeliefert als voriges Jahr, wie der Branchensprecher und Geschäftsführer von Atomic Wolfgang Mayrhofer auf Anfrage sagte.

          Wenn Deutschland wegbricht, gibt es ein Problem

          Besonders hart trifft es das Verleih-Geschäft: Bleiben Urlauber aus, werden weniger Ski ausgeborgt. Mit Sorge schielt man daher auf deutsche und holländische Urlauber, die zu den wichtigsten Gästegruppen im Wintertourismus zählen.

          Wegbrechende Nachfrage von Briten, Russen oder Skandinaviern könne der Markt mit österreichischen Skitouristen ausgleichen, meint Mayrhofer. Aber wenn Deutschland wegbreche, dann gebe es ein Problem. Rund die Hälfte des in Deutschland abgesetzten Volumens von 200.000 Paar kommt von österreichischen Lieferanten.

          Zuversichtlicher als das Weihnachtsgeschäft stimmen den Sprecher der österreichischen Skiindustrie die Ferien im Februar und die Nachbestellungen der Händler. Üblicherweise bestellt der Handel Skiware im Frühling. Aufgrund des Corona-Lockdowns und der insgesamt unsicheren Lage seien die Orders damals sehr vorsichtig erfolgt.

          Jetzt komme es zu Nachbestellungen, vor allem bei Tourenski. Mayrhofer sieht den Sport auf den Brettern als „Social-Distance-Sport“ schlechthin. Wenn das Wetter auch noch mitspiele, stehe Skifahren, Langlaufen und Tourenskigehen trotz Pandemie nichts im Weg.

          Die österreichische Skiindustrie rund um die Marken Atomic, Blizzard, Fischer und Head verkauft in normalen Jahren etwa 350.000 Paar Ski im Jahr auf dem Heimatmarkt. Die Hälfte davon geht ins Verleihgeschäft. Mehr Ski werden nur in den Vereinigten Staaten mit rund einer halben Million abgesetzt. Das globale Volumen beläuft sich auf 3,5 bis 3,6 Millionen Paar Ski, in diesem Jahr sind es coronabedingt um 700.000 weniger.

          Hoffnungen setzt die Branche jedoch zunehmend auf China. Im Februar 2022 finden die Olympischen Winterspiele in Peking statt. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entstehen derzeit jährlich mehr als ein Dutzend neue Skigebiete, und immer mehr Sportartikel werden gebraucht. Langfristig könnte der Markt sogar einmal zum größten werden, hoffen die Skihersteller.

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