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Deutsche Post in Kapazitätsnot : Deshalb dauern Paketlieferungen gerade länger

Ein DHL-Mitarbeiter in Rostock kurz vor Weihnachten 2019 Bild: dpa

Die Zustellung von Paketen an Kunden verzögert sich um mehrere Tage, klagt der Verband der Onlinehändler. Schuld daran sei die Post – die verteidigt sich.

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          Die seit Ende März stark angestiegene Paketflut stellt die Deutsche Post vor Kapazitätsprobleme. Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) klagt darüber, dass DHL und andere Paketdienste einen Teil der Pakete nicht mehr wie vereinbart bei den Händlern abholten. Die Zustellung an die Kunden verzögere sich dadurch teils um mehrere Tage, kritisierte der Verband.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Wegen der hohen Nachfrage haben manche Händler mit den Paketdiensten zusätzliche Abholfahrten vereinbart, um die Bestellungen für die spätere Zustellung zügig in die Verteilzentren zu schaffen. Nun hätten Paket-Logistiker wie DHL die extra gebuchten Abholungen ersatzlos storniert. „Jetzt stehen die gepackten Pakete beim Händler und werden nicht ausgeliefert“, so BVOH-Präsident Oliver Prothmann in einer Pressemitteilung.  Bei rechtzeitiger Vorwarnung hätten die Händler ihren Verkauf noch drosseln können, bemängelte er.

          „Es kann sich nur um eine Fehlplanung handeln“

          Ein Postsprecher bestätigte, dass einige Abholfahrten gestrichen worden seien. Der Konzern war von der Entwicklung anfangs überrascht worden. Nachdem die Versandmengen bis fast Ende März sogar deutlich gesunken waren, ging es anschließend steil nach oben.

          Bei DHL und DPD bewegen sich die Mengen auf einem Niveau wie in den Wochen vor Weihnachten. Verzeichnet DHL im Jahresdurchschnitt 5,2 Millionen Pakete am Tag, sind es jetzt mehr als 8 Millionen. Aber während DHL sich üblicherweise schon im Sommer auf den alljährlichen „Starkverkehr“ im Advent vorbereitet, dafür Tausende von Aushilfskräften engagiert und zusätzliche Fahrzeuge beschafft, musste es nun sehr schnell gehen. Man habe einen „Kaltstart auf Vorweihnachtsniveau“ hinlegen müssen, sagte der Sprecher.

          Der Verband der Online-Händler widersprach. Es sei in keiner Weise zu akzeptieren, dass DHL nach vier Wochen Lockdown nicht in der Lage sei, die Kapazitäten richtig einzuschätzen. Zudem sei der Verkehr viel geringer als vor der Krise und die Zustellung einfacher, weil mehr Verbraucher zu Hause angetroffen würden. Außerdem seien große Mengen weggefallen, weil die meisten Geschäfte nicht mehr beliefert würden. „Hier kann es sich nur um eine Fehlplanung handeln“, so Geschäftsführer Prothmann.

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