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Zukäufe in der Corona-Pandemie : Schnäppchen in der Medizintechnik

Ein Da-Vinci-Roboter an der Universitätsklinik Saarland in Homburg Bild: Martin Leissl/laif

Die Corona-Krise belebt den Übernahmemarkt für Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. So manches Ziel dürfte günstiger zu haben sein. Andere sind so teuer wie nie.

          6 Min.

          Manch ein Branchenbeobachter würde sagen, dass der jüngst angekündigte Zukauf des Medizintechnikherstellers Siemens Healthineers nicht trotz, sondern wegen seines Kaufpreises spannend ist. Vor einem Jahr, so ist schließlich aus dem Siemens-Konzern zu vernehmen, hätte der Kaufpreis für Varian Medical Systems wegen höherer Aufschläge noch deutlich mehr als 200 Dollar je Aktie betragen, angeboten werden nun 177,50 Dollar. Statt mehr als 18 Milliarden zu bezahlen, kommt Siemens Healthineers nun fast zum Schnäppchenpreis an den amerikanischen Spezialisten für Krebs- und Strahlentherapie heran: Es sind „nur“ 16,4 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro). Hinzu kommt, dass der Kaufkandidat aus dem kalifornischen Palo Alto kein Niemand ist, sondern ein 70 Jahre altes, etabliertes, erfolgreiches Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern – quasi ein „Fossil“ im Silicon Valley.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Investmentbanker und Berater für Übernahmen und Fusionen blicken genau auf den Varian-Kauf, könnte er doch als Katalysator für weitere Transaktionen dienen. Schließlich galt der Markt in der Medizintechnik in dem Bereich schon länger als festgefahren, die Jagd nach großen, strategischen Akquisitionszielen blieb zunehmend aus. Es mangelte an passenden Gelegenheiten, vor allem aber stiegen die aufgerufenen Preise ins Unermessliche.

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