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Erfolgreiche Geschäftsidee : Abiturientin fertigt Masken für Brillenträger

  • -Aktualisiert am

Inzwischen produziert Vanessa Bürkle auf Lager. Bild: Michael Käfer

Vanessa Bürkle verändert Masken so, dass die Brillen ihrer Träger nicht beschlagen. Die Nachfrage steigt.

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          „Bald habe ich erkannt, wie viele Brillenträger darunter leiden, dass ihre Brille beschlägt. Damit war der Grundstein für mein Unternehmen gelegt“, sagt die 19 Jahre alte Vanessa Bürkle aus Fellbach bei Stuttgart.

          Sie fing noch während ihres Abiturs an, Mund-Nasen-Masken zu nähen und verlegte einen Silikonstreifen oberhalb der Nase. Die ausgeatmete Luft kann so in alle anderen Richtungen, nur nicht nach oben entweichen, und die Brille beschlägt nicht.

          In ihrem Umfeld stieß das Produkt auf großes Interesse. Im Mai 2020 gründete Bürkle VB Innovation. Im Sortiment gibt es zwei Arten von Masken. Eine ist die beschriebene „Optimaske“ aus Stoff und ist Bürkle zufolge bis zu 1000 Mal wiederverwendbar. Die andere ist die Optimaske mit Gummizug, eine Einmalmaske, bei der man sich das Binden der flexiblen Bänder spart.

          Stolz auf ihre Idee

          Zunächst kauft Bürkle Masken zum Preis – je nach Bestellmenge – von 2 bis 5 Euro für eine Stoffmaske und von 0,20 bis 2 Euro für eine Einwegmaske. Dann wird der Silikonstreifen befestigt. Eine Maske wird laut Bürkle in einer Minute hergestellt. Sie produziere täglich etwa 400 Exemplare. Eine Optimaske ist für fast 15 Euro erhältlich, die Masken mit Gummizug kosten im Fünferpack knapp 10 Euro.

          Die Masken kann man nicht nur online bestellen, sondern auch bei einem Optiker in Fellbach und in einem Fachgeschäft. Wöchentlich werden rund 700 Masken verkauft, was laut Inhaberin einen Umsatz von rund 10.000 Euro in der Woche generiert. Bürkle will noch mehr Masken auf Lager produzieren, weil die Nachfrage stetig steige.

          Die Unternehmerin ist stolz auf ihre Idee. Sie möchte nicht, dass ihre Kreation kopiert wird. Deshalb hat sie ein Gebrauchsmuster angemeldet „Es haben bestimmt auch schon andere die Idee gehabt, aber ich habe es umgesetzt“, sagt Bürkle. Mögliche Konkurrenz müsste zunächst eine Lizenz beantragen, um das Gleiche wie VB Innovation produzieren zu können.

          „Einfach machen und an seinen Herausforderungen wachsen“

          Bürkle will in Marketing investieren, um mehr Kunden zu gewinnen. Derzeit kauften nur rund 30 Prozent der Besucher ihrer Internetseite Masken. Sie lege viel Wert auf Zufriedenheit. Falls einem Kunden eine Maske nicht gefalle, gebe es eine Rückerstattung.

          Manche Kunden üben auch Kritik: Die Maske könne nur bei 40 Grad gewaschen werden. Um Viren komplett zu töten, seien aber mindestens 60 Grad nötig. 60 Grad verträgt das Silikon jedoch nicht. Bürkle schlägt deshalb vor, die Maske zu bügeln.

          Die Verkaufszahlen werden sinken, wenn die Maskenpflicht irgendwann wegfällt. Deshalb bereitet die junge Frau schon ein anderes medizinisches Produkt vor. Kommenden Unternehmern gibt sie einen Tipp: „Wenn man gründen will, sollte man nicht lange überlegen, was alles schiefgehen könnte. Einfach machen und an seinen Herausforderungen wachsen.“

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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