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Coronakrise setzt zu : Frust im Maschinenbau

  • -Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter testet einen Lackierroboter bei der Dürr AG. Bild: dpa

Die Stimmung in der Branche wird immer schlechter. Viele Betriebe spüren mittlerweile auch Einschränkungen entlang ihrer Lieferketten.

          1 Min.

          umx. Frankfurt. Der deutsche Maschinenbauverband (VDMA) hat zum zweiten Mal in kurzer Zeit per Blitzumfrage ermittelt, wie es um seine Klientel steht. Und es sieht nicht gut aus: Etwa 1000, also knapp ein Drittel seiner Mitgliedsunternehmen befragte der VDMA, 84 Prozent davon gaben an, dass ihre Betriebsabläufe durch die Corona-Krise beeinträchtigt seien – in der ersten Umfrage vor rund zwei Wochen waren es 60 Prozent. Knapp die Hälfte der Betroffenen berichtete von „gravierenden“ oder „merklichen“ Einschränkungen entlang der Lieferketten. Nur 5 Prozent fühlten sich nicht beeinträchtigt.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Probleme in den Unternehmen nähmen zu, sagte Ralph Wiechers, der Chefvolkswirt des VDMA. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt wurden, seien nicht in den deutschen Werken angekommen. Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führe zu „spürbaren Produktionsbelastungen und Produktionsausfällen“.

          Auch die Investitionen leiden

          Störungen der Lieferketten liegen insbesondere in Italien (75 Prozent der Betroffenen), Deutschland (55), China (51), Frankreich (36) und den Vereinigten Staaten (25) vor. „Die Lage in China und Südkorea scheint sich aber leicht zu entspannen“, sagte Wiechers. Außerdem berichteten viele Unternehmen über eine signifikante Zunahme der Bestellungen aus China. Auf die Geschäftserwartungen hat das noch keine Auswirkungen. Knapp 96 Prozent der Unternehmen rechnen für dieses Jahr mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren können.

          Gut 60 Prozent hiervon gehen von Rückgängen zwischen 10 und 30 Prozent aus. Um dies aufzufangen, haben drei Viertel schon Kapazitätsanpassungen vorgenommen, überwiegend über Arbeitszeitkonten, Einstellungsstopps oder Kurzarbeit. Stellenabbau, bislang eher die Ausnahme in der Branche, sei für 12 Prozent der Unternehmen ein Thema – und zwar „auch von Teilen der Stammbelegschaft“. Kein Wunder, dass auch die Investitionen leiden: Knapp drei Viertel der Betriebe erwägen wegen unsicherer Geschäftsaussichten und Liquiditätsengpässen eine Kürzung ihrer Investitionsvorhaben für 2020, die Hälfte im Bereich 10 bis 30 Prozent, ein Viertel um mehr als 50 Prozent.

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