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Corona-Krise : Schummelei mit der Kurzarbeit

Weniger Lohn, mehr Arbeit? In der Gastronomie befinden sich noch viele in Kurzarbeit, obwohl das Geschäft wieder angelaufen ist. Bild: dpa

Noch nie kamen Unternehmen so leicht an Subventionen. Viele Betriebe nutzen den Spielraum weidlich aus. Manche betrügen.

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          Sie ist die Wunderwaffe in der Krise, die Retterin in der Not: die Kurzarbeit. Mit ihr lässt sich jeder Wirtschaftseinbruch bewältigen, lautet das Versprechen. Man hört es oft in diesen Tagen, seit die Corona-Pandemie die Bundesrepublik erst in den Lockdown und dann in die tiefste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg riss. Auch in der Corona-Pandemie bleibt das Land von rapide steigenden Arbeitslosenzahlen bislang verschont– weil es sie gibt.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
          Maja Brankovic
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dumm nur, dass die Realität bisweilen anders aussieht, wie der Fall von Marc Fischer zeigt. Eigentlich war Fischer zufrieden mit seiner Stelle als Koch in der Küche einer Stuttgarter Bar. Dann aber kam der Lockdown. Mitte März wurden er und seine Kollegen von ihrem Chef in Kurzarbeit geschickt. Erst saßen sie zu Hause. Dann kehrte Fischer, der eigentlich anders heißt, mit zwei Kollegen in die Küche zurück – er zu 50, die anderen beiden zu 100 Prozent. Zuerst fiel ihm auf, dass die Lohnabrechnung für März und April nicht stimmte. Und dann war da noch die Sache mit der Arbeitszeit: „Die zulässigen 50 Prozent hatte ich schon zur Monatsmitte voll.“

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